Bürgermeister will Rückfluss der Einkommenssteuer

Wische-Bewirtschaftung in fremder Hand: 250.000 Euro gehen pro Jahr flöten

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Ein Großteil der bewirtschafteten Fläche in der Gemeinde Altmärkische Wische liegt in Hand von Auswärtigen. Bürgermeister Reinhardt will den Rückfluss der Einkommenssteuer.

Altmärkische Wische. Die Gemeinde Altmärkische Wische ist finanziell total klamm und befindet sich in der Haushaltskonsolidierung. Und aus den roten Zahlen wird die Kommune um Bürgermeister Karsten Reinhardt auch in den nächsten Jahren nicht herauskommen.

Und das Gemeindeoberhaupt weiß, dass Einnahmen flöten gehen.

Wie er gegenüber der AZ sagte, seien rund 80 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen in der Gemeinde Altmärkische Wische Eigentum von nicht in den Orten ansässigen Bürgern. Zudem werden diese Flächen überwiegend von auswärtigen Unternehmen bewirtschaftet. „Dadurch sind die Wertschöpfung und Steuereinnahmen entgangen.“ Zu der Thematik wandte sich Seehausens Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth an Hermann Onko Aeikens, seines Zeichens Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Die Antwort des einstigen sachsen-anhaltinischen Landwirtschafts- und Umweltministers ließ nicht lange auf sich warten. „Das agrarpolitische Instrumentarium hat als wesentliche Ziele die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der regional verankerten Agrarwirtschaft und die Stabilität ländlicher Räume. Insofern kann eine stark veränderte Eigentums- und Bewirtschaftungsstruktur dazu führen, dass an die Fläche gebundene Zahlungen nicht in dem Umfang den Betrieben und Regionen zukommen, auf die sie abzielen. Hier wird der zukünftige Forschungsbedarf des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft ansetzen, und in diesem Zusammenhang sind auch die Sachverhaltsdarstellungen aus der ‘Altmärkischen Wische’ eine wertvolle Grundlage“, schreibt Aeikens.

Bürgermeister Reinhardt wünscht sich nichts sehnlicher als „den Rückfluss der Einkommenssteuer, die der Gemeinde fehlt“. Die Kommune Altmärkische Wische könnte damit finanziell richtig gut fahren. Pro Jahr wären das mindestens 250 000 Euro an Steuereinnahmen, weiß der Wendemarker.

Von Thomas Westermann

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