AZ-Leser erinnern sich an die Einführung der neuen Währung vor 20 Jahren

Mit dem Euro Wahlplakate bezahlt

Euro-Scheine und -Münzen
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Vor 20 Jahren löste der Euro die D-Mark ab. Einige Leser erinnern sich daran.
  • Thomas Westermann
    VonThomas Westermann
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Seehausen/Osterburg. „Haste mal ‘n Euro?“: Am 1. Januar 2002, also vor 20 Jahren, wurde der Euro in zwölf europäischen Staaten als Währung eingeführt. Er löste die Nationalwährungen, wie die Deutsche Mark, ab. Mittlerweile umfasst die Eurozone 19 Staaten. Weitere Mitgliedsstaaten der EU sind dazu verpflichtet, den Euro einzuführen, sobald sie die Kriterien erfüllen. AZ hat Leser befragt, was sie sich von den ersten Euros gekauft haben und wer noch ein Starterset besitzt. Apropos Starterset: Was ist es heute wert? Steffen Seifert, Geschäftsstellenleiter der Kreissparkasse Stendal in Osterburg, versucht, darauf eine Antwort zu finden. Der Finanzfachmann glaubt eher nicht, dass ein Starterset im Wert steigt. Jedoch verliere es auch nicht an Wert. Liebhaber und Sammler würden vielleicht dafür etwas mehr zahlen, mutmaßt Seifert gegenüber der AZ, der zu Hause noch im Besitz eines Startersets ist.

Die zwei Jahrzehnte nach der Einführung der neuen Währung sind bei vielen eine lange Zeit, die Erinnerungen an die ersten Käufe mit dem Euro sind verblasst oder ganz und gar vergessen. Auch an die Startersets, gefüllt mit Euro-Münzen, können sich viele nicht mehr erinnern. Ralf von Hagen, Chef des Blaulichtmuseums in Beuster, hat auf Nachfrage gegrübelt. „Auch wenn ich noch so lange darüber nachdenke, es fällt mir nichts ein.“ Bei Dirk John ist es genau so: Der Wanzeraner ist im Alanddorf Wehrleiter und auch im Verbandsgemeinderat Seehausen tätig. Dort ist er Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaftsförderung und Tourismus. „Was ich mir gekauft habe? Da fällt mir nichts ein, aber ich habe mich über die neue Währung nicht gefreut und hätte lieber die D-Mark behalten.“

Nico Schulz, Osterburgs Einheitsgemeindebürgermeister, ist erstaunt, wie schnell doch die Zeit vergeht. „Die Euro-Einführung ist schon 20 Jahre her? Damals, also auch zum Jahreswechsel 2001/2002, war ich über Silvester immer in Tschechien. Was ich mir von den ersten Euros gekauft habe, weiß ich nicht. Vielleicht bin ich mit D-Mark nach Tschechien gefahren und mit Euros zurückgekommen.“ Und der Krumker weiter: „Im April 2002 waren Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und ich wurde als Abgeordneter gewählt. Dann werde ich meine Wahlplakate wohl mit Euro bezahlt haben.“

Die Seehäuserin Sigrid Haut, deren Mann Günther ein Uhren- und Schmuckgeschäft betreibt, erinnert sich daran, dass gegenüber dem Euro eine gewisse Vorsicht bestanden habe, immerhin handelte es sich ja um eine völlig neue Währung. „Ich bin auch nicht gleich losgelaufen und habe mir neue Schuhe und Kleider gekauft“, erinnert sich die Altmärkerin. Die Wischestädterin weiter: „Man hat gedanklich immer noch den Eurobetrag in D-Mark umgerechnet. Aber wer eine neue Uhr oder Schmuck kaufen wollte, hat es getan.“

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