Jan Simon und Christian Meyer gaben sich in der Marienkirche in Klein Beuster das Ja-Wort

Erste homosexuelle Trauung

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Der aus Beuster stammende Jan Simon (links) heiratete am Sonnabend seinen Lebenspartner Christian Meyer.

Klein Beuster. Seit diesem Jahr dürfen gleichgeschlechtliche Paare heiraten. Die ersten Ehen dürfen seit dem 1. Oktober geschlossen werden.

Diesen Schritt trauten sich am Sonnabend der aus Beuster stammende Grundschullehrer Jan Simon und der Banker Christian Meyer, der von der Insel Usedom stammt.

Beide Männer lernten sich vor sieben Jahren in Berlin kennen, wo sie auch jetzt ihren gemeinsamen Wohnsitz haben. Die Entscheidung für ein gemeinsames Leben fiel vor vier Jahren, als Jan in Seehausen auf der Intensivstation des Krankenhauses – mehr tot als lebendig – lag. Dort versprachen sie sich, dass sie „von dort bis Unendlich in guten wie in schlechten Zeiten füreinander da sein wollen“.

Da sich die Gesetzlichkeiten durch die „Ehe für alle“ für sie zum Positiven geändert haben, wurde beschlossen, auch kirchlich ihre Ehe segnen zu lassen. Da beide brav ihre Kirchensteuern zahlen und Jan in der Kirche von Beuster viele Jahre in der Jungen Gemeinde arbeitete, fiel die Wahl der Eheschließung auf die Marienkirche von Klein Beuster. In der Pastorin (i.R.) Veronika Benecke fanden sie jemanden, der ihren Wusch nach einer kirchlichen Trauung erfüllen wollte und konnte.

Nach dem Läuten der Glocken erklang das Orgelspiel durch den Organisten Reiner Kilian. Nach einer kurzen Pause erschienen dann die beiden Hochzeitswilligen in Begleitung der beiden Trauzeuginnen Jana Neugebauer und Katja Ludwan, die ebenfalls aus ihrem Bekanntenkreis in Berlin stammen. Im Mittelpunkt der Predigt stand das „Hohelied der Liebe“ aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Korinther.

Das Ja-Wort und das Wechseln der Ringe gestaltete sich stark emotional. Die Organisatoren hatten vorsorglich Taschentücher mit der Aufschrift „Für Glückstränen“ auf die Buchablagen an den Plätzen postiert.

Im Anschluss an die Trauung fanden sich alle im benachbarten Dorfgemeinschaftshaus zur großen Gratulationscour mit Sektempfang ein. Hier genau wie in der Kirche wurde es eng, denn sehr viele wollten den beiden Frischvermählten ihre Glückwünsche und Geschenke überbringen. Danach ging es ins benachbarte Wittenberge, wo die große Hochzeitsparty ihren weiteren Verlauf nahm. Beide Männer möchten sich auf diesem Wege bei all den Freunden, Bekannten und Verwandten bedanken, die bei der Vorbereitung und Unterstützung dieses besonderen Festes geholfen haben.

Von Walter Schaffer

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