Staatsprämienstute Anna bringt Kasanova-Nachwuchs in Pollitz zur Welt

Erlesenes Fohlen „Kalle“ freut sich auf den Frühling

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„Anna my Love“ und ihr Nachwuchs haben sich im ostaltmärkischen Pollitz schnell gemeinsam zurechtgefunden.

Pollitz / Krumke. Die Zeichen der nahenden Geburt waren bei Stute „Anna my Love“ ganz deutlich zu erkennen. „Heute Nacht wird sie wohl fohlen“, sagte Jochen Lange. Der Fachmann hatte recht.

Das volle Euter und die daran hängenden sogenannten Harztropfen waren deutliche Zeichen für die Geburt des Fohlens. Die siebenjährige Stute erwartete ihr drittes Fohlen. Nach elf Monaten der Trächtigkeit war es nun so weit. Staatsprämienstute Anna my Love war auf der Besamungsstation Krumke besamt worden. Sie ist springbetont gezüchtet worden und wurde auch mit dem Samen eines Springhengstes besamt: „Kasanova de la Pomme“ ist der Name des Auserwählten, ein belgischer Körsieger, der für zwei Jahre in Neustadt (Dosse) als Pachthengst den Züchtern zur Verfügung steht.

Die Abstammung dieses Hengstes ist dann auch vom Feinsten. In seinen Papieren lassen sich die Namen der weltbesten Springhengste lesen. Wer vom Fach ist, weiß das ja auch; dass die Rankingliste der Weltelite der Springer von den Belgiern und Franzosen angeführt wird.

Um da in der Zucht nicht den Anschluss zu verliere, ist es schon angesagt, sich die Blutlinien der Besten anzusehen. Und der Landstallmeister a.D. Dr. Jürgen Müller, der diesen Kasanova de la Pomme als Pachthengst nach Neustadt (Dosse) geholt hat, hatte den absoluten Weitblick für die Springpferdezucht im Verband Brandenburg-Anhalt. Selbst im Hauptgestüt in Neustadt (Dosse) wurden die Springstuten mit diesem Spitzenhengst angepaart. Das erste Fohlen ist dort von ihm auch schon geboren: ein Stutfohlen.

Am 11. März fohlte Anna my Love in Pollitz: ein Hengstfohlen. Stephanie Lange, die das Fohlen in Empfang nahm berichtete: „Anna war total entspannt. Sie hat noch nicht mal geschwitzt. „Kalle, wie der junge Hengst jetzt heißt, fand auch sehr schnell zum Euter seiner Mutter.“ Anna nahm ihr Fohlen liebevoll an, leckte es und knabberte an seinen Hufen den Schutzknorpel ab, wie Pferdemütter das zu tun pflegen.

Während der ersten Lebensstunden des Neugeborenen findet die Prägung zwischen Mutter und Kind statt. Geruchs- und Stimmwahrnehmungen sind jetzt hochsensibel bei den Pferden. Mischt sich der Mensch in diesen Stunden zu sehr ein, kann es sein, dass die Prägung auf den Menschen übergeht, und das Fohlen später statt hinter der Stute hinter dem Menschen herläuft.

Bei Anna und Kalle lief alles artgerecht ab. Schon am nächsten Tag durfte Kalle die Halle kennenlernen. Dieser erste Ausflug von der vertrauten Box im Stall ins grelle Tageslicht über den Hof und von dort in die Halle, war erlebnisreich für den kleinen Hengst. Doch neugierig, wie Fohlen sind, fand er alles interessant und tobte bald durch die Halle. Das war schon toll anzusehen. Lief er zunächst hinter seiner Mama, überholte er sie kurz darauf und zeigte, wo es lang ging.

Die ersten Schritte in das neue Leben sind für Kalle damit gemacht. Jetzt warten alle auf das Frühlingswetter, um mit weiteren Fohlen zusammen auf der Wiese zu laufen.

Von Nora Driesch

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