Länger als bekannt: Bahn plant bis 2022 sechs Bauabschnitte / Arbeiter erneuern Gleise

Elbbrücke bekommt Rostschutz

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Ob der Weg für Radtouristen über die Brücke auch 2018 so frei ist, muss sich zeigen.

Seehausen. Die Arbeiten an der Eisenbahnbrücke über die Elbe in der Verbandsgemeinde Seehausen sind umfangreicher als bislang bekannt. Die Bahn plant für einen Zeitraum bis 2022 insgesamt sechs Bauabschnitte. Arbeiter erneuern den Korrosionsschutz.

„Gleichzeitig werden Oberbauarbeiten durchgeführt“, informiert Erika Poschke-Frost auf Nachfrage der AZ. Das Verkehrsunternehmen lässt den Bahndamm sanieren und die Gleise austauschen. Wann die Strecke Osterburg – Wittenberge außer vom 15. April bis 6. Juli noch gesperrt sein wird, dazu kann die Bahnsprecherin in Leipzig nichts sagen. Offenbar sind die Planungen noch nicht abgeschlossen. Auch Verschiebungen scheinen zumindest nicht ausgeschlossen.

Die Überführung ist 1026 Meter lang, 14 Meter breit und 9,4 Meter hoch. Fachleute unterteilen das Ganze noch einmal in Strombrücke und zwei Flutbrücken. Da kommt einiges an Fläche zusammen. Insgesamt 139 500 Quadratmeter sind laut Bahnsprecherin zu säubern und mit Korrosionsschutz zu versehen. Das entspricht in etwa 20 Fußballfeldern. Ordentlich zu tun haben werden auch Gerüstbauer, zu jedem Bauabschnitt zwischen 2018 und 2022 auf der viel befahrenen Strecke müssen sie ran.

Das erste Mal rücken die Bautrupps einige Tage nach Ostern an. Beide Gleise der Strecke Osterburg – Wittenberge werden vom 15. April bis 6. Juli gesperrt. „Baubedingt fahren dann ab Osterburg bis Wittenberge Busse im Ersatzverkehr sowie ein Express-Bus zwischen Stendel und Wittenberge jeweils im Stundentakt“, teilt Poschke-Frost der AZ schon einmal mit und verspricht, dass es genaue Informationen für die Reisenden möglichst zeitnah geben soll.

Bahnreisende müssen sich wohl dennoch auf erste schwierige drei Monate einrichten (die AZ berichtete). Ersatzverkehr an sich bringt bereits oftmals Unruhe in den persönlichen Zeitplan. Ob Busse ausreichend unterwegs sind und auch rechtzeitig ankommen, um Anschlusszüge zu erreichen, muss sich erst noch zeigen. Für Reisende mit Kinderwagen dürfte es wegen des begrenzten Platzes in Bussen noch aufwendiger werden. Und für Fahrradfahrer sowieso: Pendler und Ausflügler nehmen gern und wie selbstverständlich den Drahtesel im Zug mit.

Die Bauarbeiten dürften sich auch unmittelbar auf den Radtourismus auswirken. In welchem Maße hängt davon ab, ob die ersten Arbeiten wie angekündigt bis Juli erledigt sind oder nicht und wann genau der nächste Abschnitt erneuert wird. Pedaltreter, die den beliebten Elberadweg im Sommer befahren und dafür den Weg über die Eisenbahnbrücke brauchen, könnten im Extremfall eine ganze Saison verlieren.

Von Marco Hertzfeld

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