Geschäfte in Seehausen werden immer weniger / Von einst 13 Gaststätten gibt es nur noch drei Einkehrmöglichkeiten

Einzelhandel im Online-Würgegriff

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Immer mehr Einzelhandelsgeschäfte in der Hansestadt Seehausen stehen leer. 

Seehausen. Die wirtschaftliche Blüte des Seehäuser Einzelhandels ist längst vorbei. Einer, der das weiß, ist der wischestädtische Geschäftsmann Christian Buness, dessen Unternehmen seit 175 Jahren besteht.

Etwas wehmütig erinnert er sich daran, als die Geschäftswelt noch heil und in Ordnung war und blickt etwas bewundernd in Richtung Prignitzstadt Wittenberge.

„Uns fehlen hier in Seehausen eine Drogerie und ein Sportartikelladen“, meint der Altmärker gegenüber der AZ und erinnert sich noch gut, als beispielsweise an der Steinstraße ein Jeansgeschäft, ein Reisebüro und ein Lebensmittelgeschäft vorhanden waren. „Zu DDR-Zeiten hatten wir das Vier- bis Fünffache an Geschäften in der Stadt.“

Auf der Suche nach Interessenten: Für dieses Ladengeschäft wird ein Nutzer gesucht.

Nun stehen verschiedene Räumlichkeiten wie beispielsweise an der Mühlenstraße leer. Über Immobilienmakler wird versucht, für diese Interessenten zu finden. Buness gibt unumwunden zu, dass die Online-Anbieter den Einzelhändlern besonders zu schaffen machen. Das hinterlässt auch in seinem Geschäft Spuren, obwohl er angesichts der Firmentradition noch auf eine große Stammkundschaft verweisen kann. Noch schlechter als beim Einzelhandel sieht es mit den Gaststätten aus. „In Seehausen gibt es lediglich ein Café und zwei Restaurants, eines davon mit eingeschränkten Öffnungszeiten“, weiß der Unternehmer. „Bis zur politischen Wende waren hier 13 Gaststätten vorhanden“, recherchierte der Wischestädter in einer Chronik.

Von Thomas Westermann

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