200 Einwohner alljährlich weniger

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Die Plätze für die Eigenheimbebauung werden in Seehausen knapp. Nur noch wenig Fläche gibt es auf dem Areal am Wohngebiet Köppenberg.

Seehausen - Von Thomas Westermann. Ein nicht gar rosiges Bild zeichnete Seehausens Verbandsgemeindebürgermeister Reinhard Schwarz, als er im Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus, Kultur und Soziales über die wirtschaftlichen Tendenzen in der Hansestadt Seehausen referierte.

Alljährlich verlassen rund 200 Einwohner die Verbandsgemeinde Seehausen, berichtete Reinhard Schwarz. Dabei handelt es sich vor allem um junge Leute, die der Region den Rücken kehren. Selbst an offenen Lehrstellen bestehe kaum Interesse, so dass diese nicht besetzt werden können. Schwarz weiß, wovon er spricht: Selbst die attraktive Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten in der Verbandsgemeinde musste dreimal ausgeschrieben werden.

Nach wie vor habe die Landwirtschaft um Seehausen mit ihren nicht gerade üppigen, dafür aber stabilen Arbeitsplätzen Priorität, so der Verbandsgemeindebürgermeister. Und die Landwirte sollen mit dem angestrebten Bioenergiepark im noch zu schaffenden Industriegebiet vor den Toren der Hansestadt ein weitere Standbein erhalten. Schwarz ist sich sicher, dass nicht gerade große Industrieansiedlungen im Norden der Altmark zu erwarten seien. „In Arneburg ist Schluss der Fahnenstange.“ Deshalb setzt er auf die Bioenergie.

Hinsichtlich der Gewerbeentwicklung in diesem Jahr in Seehausen erwähnte der Verwaltungsfachmann die Ansiedlung eines Sattlers, die Eröffnung eines Cafés am Markt, und auch das ehemalige Autohaus Vor dem Mühlentor wurde von einem neuen Unternehmen wieder in Beschlag genommen. Zudem will der Vorzeigebetrieb Graepel-STUV sein Produktionsgelände erweitern.

Optimistisch stimmt Reinhard Schwarz die Tatsache, dass das Gewerbegebiet im Norden der Stadt fast ausgelastet sei. Es müsse über die Erweiterung und den damit verbundenen Kauf von weiteren Flächen nachgedacht werden. Nachgedacht werden sollte ebenso über die Ausweisung von Eigenheimgebieten, um junge Familien in Seehausen zu halten. Die Flächen an der Arendseer Straße seien voll, und auch das Areal am Köppenberg biete nur noch wenig Platz, so Schwarz.

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