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„Da war nichts mehr zu retten“

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Von: Thomas Westermann

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Brand
Zu den größten Einsätzen der Freiwilligen Feuerwehr Seehausen im Jahr 2021 gehörte der Brand eines Wohnhauses Mitte November im wischestädtischen Ortsteil Steinfelde. Das Gebäude konnte nicht gerettet werden. © Feuerwehr Seehausen

Seehausen. Auch in diesem Jahr wird es bei den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Seehausen aufgrund der Corona-Pandemie keine Jahreshauptversammlung geben, um Bilanz über die Aktivitäten in 2021 zu ziehen. Wehrleiter Enrico Schmidt blickt dennoch im Gespräch mit der AZ zurück.

Der oberste Brandbekämpfer in der Hansestadt nennt 2021 „ein relativ ruhiges und entspanntes Jahr“. Insgesamt rückten die Feuerwehrleute zu 78 Einsätzen aus. „Von großen Bränden sind wir verschont geblieben.“ Genau waren es 16 an der Zahl, des Weiteren ging es um technische Hilfeleistungen wie beispielsweise Unfälle, Türnotöffnungen für den Rettungsdienst oder die Beseitigung von Schäden nach Sturm, Gewitter und Starkregen. „Wir hatten viel mit Wasser und Sturm zu tun“, resümiert der 52-Jährige. Zu den größten Einsätzen gehörte am 28. April der Brand eines Traktors. Das Feuer hatte auf ein angrenzendes Waldstück übergegriffen. Durch schnelles und beherztes Handeln konnten die Flammen relativ schnell gelöscht werden. Ein weiterer großer Brand betraf am 16. November ein Wohnhaus im Seehäuser Ortsteil Steinfelde. „Da war nichts mehr zu retten, wir konnten lediglich ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Gebäude verhindern“, so der Wehrleiter. Einen nicht ganz alltäglichen Einsatz hätte es Anfang Juli geben können. Gemeldet wurde der Absturz eines Flugzeuges in die Elbe bei Scharpenlohe. Doch der Absturz war an der Elbe bei Räbel. „Dort erledigten Wehren aus der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck den Einsatz, bei dem es keine Verletzten und keine größeren Schäden gab.“ Beim Ausrücken zu Verkehrsunfällen war „glücklicherweise im vergangenen Jahr kein Toter zu beklagen“.

Froh ist Schmidt, dass die Verbandsgemeinde Seehausen als Trägerin des Brandschutzes und weitere Arbeitgeber das Ehrenamt zu schätzen wissen. „Je nach Qualifikation wird bei Einstellungen in der Verwaltung Wert auf Feuerwehrleute gelegt, die dann bei Einsätzen den Arbeitsplatz verlassen dürfen, um ihren Dienst zu verrichten. Zudem hat das metallverarbeitende Unternehmen Graepel als größter Arbeitgeber in der Region auch fünf Kameraden beschäftigt, die bei Einsätzen ebenfalls wegkönnen. Es ist schön, dass Arbeitgeber und Dienstherren mitspielen.“ Insgesamt kann die freiwillige Feuerwehr auf 46 aktive Kameradinnen und Kameraden blicken. Die Kinder- und die Jugendfeuerwehr zählt jeweils 15 junge Brandbekämpfer. Der Alters- und Ehrenabteilung gehören 16 Mitglieder an.

Investiert wurde 2021 für die Feuerwehr in hydraulisches Rettungsgerät und Einsatzbekleidung. Zudem erhielten die Brandbekämpfer eine Drohne, die schon gute Dienste – insbesondere bei der Aufnahme von Verkehrsunfällen – geleistet habe.

Wehrleiter Schmidt hat auch Wünsche für das Jahr 2022. Ganz oben auf der Liste steht: „Es soll endlich mit Corona Schluss sein. Der Ausbildungsdienst musste eingestellt werden. Fünf Leute kommen aus der Quarantäne und fünf Kameraden gehen in die Quarantäne.“ Für den Seehäuser ein unhaltbarer Zustand. Erfreut ist er angesichts der Tatsache, dass die Einsatzbereitschaft die ganze Woche über gewährleistet sei. „Das ist keine Selbstverständlichkeit“, sagt er und dankt dafür den Feuerwehrangehörigen.

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