Drei Grad: Eisbader vergessen bei allem Spaß Stresow und die deutsch-deutsche Geschichte nicht

Einige steigen mehrmals in den See

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Ein schön schaurig-kaltes Bild bot sich den Zuschauern beim Blick auf den See.

Aulosen. Der Stresower See in der Wüstung gleich Namens gehört zum Ortsteil Aulosen der Gemeinde Aland. 1310 wurde der ehemals kleine Ort erstmals urkundlich erwähnt. 1922 fielen die Häuser und Stallungen einem Brand zum Opfer. Die Siedlung wurde aber wieder aufgebaut.

Da der Ort direkt an der innerdeutschen Grenze lag, wurden ein Teil der Bewohner am 30. Mai 1952 in der „Aktion Ungeziefer“ zwangsumgesiedelt. 22 Jahre später erfolgte das endgültige, zwangsweise verordnete aus. Nach der Wende wurde eine Gedenkstätte auf dem Territorium des damaligen Ortes errichtet. In unmittelbarer Nähe dieser fand am Sonnabend das Treffen der Eisbader, welches mit einem kleinen Volksfest verbunden war, statt.

Ein Schluck Sekt aus dem Topf.

Im Vorfeld hatten die Feuerwehr und der Kulturverein Aulosen Aktivitäten gezeigt. So hatten die Frauen des Ortes Kuchen gebacken und diesen vor Ort verkauft. Getränke und Bratwurst sowie Bouletten gab es bei den Kameraden der Wehr. Kurz nach 14 Uhr rief der Bürgermeister der Gemeinde Aland, Hans Hildebrandt, der selbst schon lange diesen Sport frönt, seine Gleichgesinnten an die Wasserfläche. Die dünne Eisschicht war bereits aufgebrochen und ohne Schnittverletzungen zu bekommen, begaben sich die Kostümierten in die drei Grad Celsius kalten Fluten. Ganz Mutige führten diesen Gang gleich mehrfach durch. Mit Karsten Reckling aus Vielbaum gab es einen neuen tapferen Mann, dessen Hund aber dem Treiben seines Herrchens lieber vom Ufer aus zusah.

Leider erschienen die angemeldeten Brackratten aus Cumlosen nicht zum Spektakel am Stresower See. Das tat aber der Freude für die Eisbader aus Seehausen (Die Aländer), einem Teilnehmer aus Meseberg und den Mitgliedern der „Arendseer Saunis“ keinen Abbruch. Die Krüdener Sportler hatten ihre mobile Sauna mitgebracht, in der die ausgekühlten Körper neue Energie tanken konnten.

Von Walter Schaffer

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