Beusters Blaulichtmuseumschef Ralf von Hagen rettet technisches Kulturgut vor der Schrottpresse

Eine zweite Chance für zwei Kräne

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Noch stehen die beiden Raupendrehkräne in Wittenberge. Doch in der nächsten Zeit ziehen sie als technisches Kulturgut ins Blaulichtmuseum nach Beuster um.

Beuster/Wittenberge. Das Blaulichtmuseum in Beuster wird bald um eine weitere technische Attraktion reicher sein. Und zwar werden dort zwei Raupendrehkräne vom Typ RDK 160, Baujahr 1975, und RDK 200, Baujahr 1989, Einzug halten.

Die Technik diente einst zum Be- und Entladen von Schiffen im Wittenberger Hafen und steht derzeit noch in der Elbestadt.

Die Initiative der Übernahme ging von Museumschef Ralf von Hagen aus. Nachdem der einstige Hafen in unmittelbarer Nähe der alten Ölmühle stillgelegt worden war und die Stadt Wittenberge die Kräne verschrotten lassen wollte, stellte von Hagen bei der dortigen Verwaltung einen Antrag, von dem Vorhaben Abstand zu nehmen und die Technik dem Blaulichtmuseum zu überlassen. Es sei technisches Kulturgut, das erhalten bleiben sollte, lautete die Argumentation des Beusteraners. Gebaut wurde die je circa 30 Tonnen schwere Technik im einstigen Bezirk Magdeburg, konkret im VEB Förderanlagen „7. Oktober“ in Magdeburg.

Bis die Kräne aber von Wittenberge nach Beuster ziehen, wird noch einiges Wasser die Elbe runterfließen. Im Mai demontierten die Vereinsmitglieder bereits die Ausleger. Nun muss die Technik den Weg von der Prignitz in die Altmark finden. Die Aufgabe übernimmt ein Unternehmen in Stendal, das sich mit Schwerlasttransporten bestens auskennt. Allerdings machen sich davor noch vorbereitende Arbeiten und das Einholen der Transportgenehmigung erforderlich, berichtete Ralf von Hagen im AZ-Gespräch. „Bis zur großen Museumswoche im Juli wird es wohl nichts mehr werden“, vermutet er und tendiert eher zu den Monaten August oder September. Die Technik soll dann auf Vordermann gebracht und funktionstüchtig mittels eines Notstromaggregats den Besuchern präsentiert werden, denn die Einrichtung in Beuster bezeichnet von Hagen als „ein lebendiges Museum“. Dass die Kräne kein Blaulicht und keine Signalhörner haben, stört von Hagen überhaupt nicht. „Über die Jahre haben wir uns zu einem Technikmuseum entwickelt.“

Von Thomas Westermann

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