Familie Lange in Pollitz setzt Tradition aus 1837 trotz Feuers fort

„Ein Vierseithof auf diesem Flecken Land“

Das neue Wohnhaus wird errichtet. Jochen Lange steht auf dem Vierseithof.
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Das neue Wohnhaus wird errichtet. Jochen Lange steht auf dem Vierseithof.

Pollitz. Ein Richtfest der besonderen Art wurde in Pollitz gefeiert. „Seit 1837 steht dieser Vierseit-Hof auf diesem Flecken Land,“ berichtet Jochen Lange, der mit seiner Frau Dorothee dafür sorgt, dass Tradition und Bausubstanz erhalten und erneuert werden.

Nach Altmärker Art und Weise wirtschaftet die Familie auf diesem Vierseithof, hält Rinder, Pferde, Gänse, Enten und Hühner, wie es schon der Urgroßvater, Johann Andreas Nitzow 1837 tat. Damals gehörten noch Schweine zum Viehbestand.

Ursprünglich war die Hofstelle direkt neben der Pollitzer Kirche platziert. Doch da die Ländereien am Ortsausgang lagen, siedelte man vor 180 Jahren die Hofstelle einfach um, inmitten des eigenen Landes. Dort, am Ortsausgang liegt der Hof heute noch. Die Bewirtschaftung wurde durch den Großvater von Jochen Lange, Friedrich Nitzow bis Anfang 1960 fortgesetzt. Auch die Gründung einer LPG änderte die bäuerliche Tradition im Kern nicht. Als der Vater, Herbert Lange, die Wirtschaft übernahm, arbeitete er betriebsbedingt bis zur Wende, wobei besonders die Kleinviehhaltung auf Sparflamme gehalten wurde.

Nach 1990 erfolgte ein Wiederaufbau und Verbesserungen von Wirtschaftsgebäuden unter der Betriebsleitung von Jochen Lange. Mit neuem Schwung kam die Landwirtschaft wieder in Gang. Alles war gut, bis am 20. September 2000 ein Großfeuer ausbrach und den Totalschaden der Wirtschaftsgebäude verursachte.

Doch die Familie baute erneut alles wieder auf. Die Stallungen und die Scheune wurden für die Nutztiere neu gebaut und bald lebten dort wieder Rinder, Pferde, Enten und Hühner. Im Verlauf der Jahre veränderte sich die Tierhaltung zugunsten der Pferde. Bis heute hat sich daraus ein beachtlicher Zucht- und Aufzuchtbetrieb entwickelt. Dank der Initiative von Jochen und Dorothee Lange wird jetzt das ehemalige Wohnhaus an derselben Stelle wiedererrichtet und das Richtfest wurde am Freitagnachmittag mit allen guten Sprüchen der Handwerker abgehalten.

Von Nora Driesch

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