Ethikkomitee des Diakoniekrankenhauses organisiert Infoveranstaltung für Bevölkerung

„Ein Leben mit Demenz“

Der zweite Ethik-Tag, organisiert vom Ethikkomitee des Seehäuser Agaplesion-Diakoniekrankenhauses, wurde von der Bevölkerung sehr gut angenommen. Fotos (3): Westermann

Seehausen. Angesichts der immer älter werdenden Bevölkerung nehmen auch die Demenzerkrankungen zu. In Deutschland leiden rund 1,3 Millionen Menschen darunter. Jedes Jahr kommen 300 000 neue Fälle hinzu.

Aufgrund der Wichtigkeit griff das Ethikkomitee des Seehäuser Agaplesion-Diakoniekrankenhauses unter Vorsitz von Diplom-Medizinerin Sylke Raboldt-Werthe die Thematik auf und lud gestern zum zweiten Ethik-Tag unter dem Motto „Ein Leben mit Demenz“ die interessierte Öffentlichkeit in das Feuerwehrgerätehaus ein. Als Referenten konnten Eva Fürst und Sandy Laube vom Flechtwerk Demenz in Stendal gewonnen werden.

Die beiden jungen Damen gestalteten einen äußerst informativen Vortrag, der seitens der Bevölkerung auf großes Interesse stieß. Der Begriff Demenz beschreibt übrigens eine fortschreitende Minderung der geistigen Leistungsfähigkeit, erklärte Eva Fürst, die zudem auf die sieben Warnzeichen dieser Erkrankung aufmerksam machte. So werden unter anderem immer die gleichen Fragen wiederholt. Zudem werde das äußere Erscheinungsbild des Betroffenen oft vernachlässigt. Es können auch leichte Gedächtnisstörungen und Orientierungsprobleme auftreten. Die Referentinnen gaben Tipps im Umgang mit Demenzkranken und schilderten die schwierige Situation für Betreuende und Angehörige. Rund 80 Prozent aller Demenzkranken werden von ihren Angehörigen versorgt. Die Bezugspersonen übernehmen eine sehr schwere und verantwortungsvolle Aufgabe, die sich über mehrere Jahre hinzieht. Es gibt aber viele Möglichkeiten, aus der Zeit mit der Krankheit wertvolle und erfüllte gemeinsame Jahre zu machen. Auf jeden Fall sollte die persönliche Würde gewahrt werden. Menschen mit Demenz muss man so annehmen, wie sie sind. Aufgrund ihrer eingeschränkten Einsichts- und Lernfähigkeit darf man nicht erwarten, dass sie ihr Verhalten an die äußeren Notwendigkeiten anpassen. Die Angehörigen sollten die Fähigkeit erwerben, die Bedürfnisse und Wünsche der Erkrankten, aber auch ihre subjektive Weltsicht wahrzunehmen und anzuerkennen. Andererseits müssen sie sich darin üben, kritische Äußerungen und unnötige Zurechtweisungen zu vermeiden.

Die Anwesenden hatten gestern zudem die Möglichkeit, Fragen zu stellen und konnten sich mit Informationsbroschüren eindecken. Außerdem waren Ethikkomitee und AOK mit Info-Ständen vor Ort.

Von Thomas Westermann

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