Dr. Walter Fiedler stellt Rettungsdienststatistik für 2013 vor

„Ein ganz normales Jahr“

Notarzt Dr. Walter Fiedler (r.) stellte im Beisein von Vertretern der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) die Rettungsdienststatistik 2013 für den Bereich Seehausen und Osterburg vor. Seit Anfang dieses Jahres gibt es bei der JUH den Regionalverband Altmark.
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Notarzt Dr. Walter Fiedler (r.) stellte im Beisein von Vertretern der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) die Rettungsdienststatistik 2013 für den Bereich Seehausen und Osterburg vor. Seit Anfang dieses Jahres gibt es bei der JUH den Regionalverband Altmark.

Seehausen/Osterburg. Seit Anfang dieses Jahres gibt es bei der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) den neuen Regionalverband Altmark, der als Entflechtung aus dem vorherigen Mammutverband Magdeburg/Altmark/Börde/Harz hervorgegangen ist.

Zur Struktur dieses Regionalverbandes gab dessen hauptamtliche Vorsitzende, Katalin Schulze, im Vorfeld der Auswertung der Leistungen des Rettungsdienstes für Osterburg/Seehausen einige Informationen. „Wir haben nun in der Altmark einen eigenen Verband, was unter anderem mit der hohen Johanniter-Konzentration zu tun hat, denn neben zehn Rettungswachen, drei Kindertagesstätten und der ambulanten Pflege gehören auch noch das Krankenhaus in Stendal und mehrere Altenheime zur Organisation mit dem Johanniterkreuz“, so die Nachfolgerin von Reinhard Doberenz, der über 20 Jahre dem alten Regionalverband vorstand.

Zur Gesprächsrunde in der Seehäuser Rettungswache brachte Schulze auch Dr. Kai Stephan Friedrichs, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes im Landkreis Stendal, sowie Alexander Mikulla als Rettungsdienstleiter mit. Seitens des Brand- und Katastrophenschutzes im Kreis weilte Sachgebietsleiter Michael Schneider der statistischen Auswertung bei. Diese lag in den Händen von Dr. Walter Fiedler, der als Honorararzt im Rettungsdienst trotz Ruhestandsalter im Monat noch mindestens sieben 24-Stunden-Dienste leistet und verbal an diesem Tage großes Lob für seine Einsatzbereitschaft bekam.

An den Anfang seiner akribisch aufgelisteten Daten stellte er die Aussage, dass 2013 für die JUH „ein ganz normales Jahr“ war, wobei sich allerdings Probleme durch den Wegfall des ITW (Intensiv-Transport-Wagens) bei der Verlegung von Intensivpatienten zur spezialisierten Behandlung in andere Einrichtungen ergaben. Ein Problem sieht nicht nur Dr. Fiedler auch in dem Wegfall von Landarztpraxen, denn dadurch wird die JUH zwangsläufig öfter in Anspruch genommen. Aus der Fülle des vorgelegten Zahlenmaterials über die Leistungen der Johanniter sollen nur einige genannt werden. So waren die Noteinsatzfahrzeuge, die mit einem Notarzt und einem Rettungssanitäter bestückt sind, 1050-mal (+4 gegenüber 2012) im Einsatz. Dies entspricht 33,1 Kilometer (+1,175 Kilometer) pro Einsatz. Die Notarztwagen mit einem Notarzt und je einem Rettungssanitäter und einem Rettungsassistenten waren 15-mal (-3) im Einsatz. Die Rettungstransportwagen, an deren Bord sich je ein Rettungssanitäter und ein Rettungsassistent befinden, fuhren insgesamt 1101 (+60) Einsätze, bei denen 1093 (+63) Patienten befördert wurden. 35,6 Kilometer schlagen hierbei für jeden Einsatz zu Buche.

Bei den Noteinsatzfahrzeugen, die im „Rendezvoussystem“ arbeiten, wurde eine durchschnittliche Anfahrtszeit bis zum Einsatzort von 12,4 Minuten genannt. Die Einsatzzeit betrug im Schnitt 1,3 Stunden.

Unfallpatienten gab es 355 in 2013. 75 Verkehrsunfälle, 38 Arbeits- und Wegeunfälle, 21 Sportunfälle sowie 221 sonstige beziehungsweise Hausunfälle nennt die Statistik. Bei 31 Unfällen war Alkohol im Spiel (-18).

Zehn Ärzte aus verschiedenen Abteilungen des Agaplesion Diakoniekrankenhauses in Seehausen nehmen am Notarztdienst teil. Zusätzlich müssen Notärzte über die Kassenärztliche Vereinigung für die Dienstabsicherung in Anspruch genommen werden. 2013 war dies bei 195 Einsätzen (18,3 Prozent) der Fall.

Von Walter Schaffer

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