Auswanderer-Familie berichtet in Groß Garz über mehrwöchige Reise durch Nepal

Durch die weite Welt unterwegs

+
Die Familie Malchow wanderte von Deutschland über Malta nach Neuseeland aus und ist seit 2015 reisend in der Welt unterwegs. Von links: Vater Michael und Mutter Anett sowie Sohn Johannes Malchow.

Groß Garz. Knapp 80 Interessierte waren jüngst in die Gaststätte Schulz nach Groß Garz gekommen, um die Reise-Erlebnisse der Familie Malchow auf ihrer rund 300 Kilometer langen Wanderung rund um das Annapurna-Massiv in Nepal zu sehen und zu hören.

Knapp 80 Besucher interessierten sich in der Groß Garzer Gaststätte Schulz für die Reise-Erlebnisse der drei Malchows.

Gleich vorweg sei gesagt, sie erlebten keinen von Tourismus-Marketingexperten rundgeschliffenen sowie mit aufwendiger Bild- und Ton-Technik präsentierten Multivisionsvortrag. Nein, die aufgebaute Technik war eher schlicht und minimal – Notebook, Projektor und Leinwand. Keine Mikrofone und keine Musik. Dafür wirkten die in Wort und Bild vermittelten Eindrücke und Erlebnisse umso authentischer und fesselnder. Schnell wurde klar, dass die Malchows ihre Reise-Strapazen nicht zum Zweck einer anschließenden multimedialen Vermarktung auf sich nehmen, sondern allein angetrieben von der eigenen Reiselust und der Neugier auf bislang fremde Kulturen unterwegs sind.

Eine Vermarktung des Erlebten sei nicht ihr Ziel. Und so kam es eher spontan zu diesem Reisevortrag in Groß Garz – angeregt von früheren familiären und freundschaftlichen Verbindungen, die bis in die Gegenwart nicht abgerissen sind. Freunde meinten, die Familie hätte sehr Interessantes zu zeigen und zu berichten.

Ihren Lebensmittelpunkt haben die Malchows schon seit knapp zwölf Jahren nicht mehr in Deutschland, wie die 53-jährigen Anett und Michael Malchow sowie ihr 28-jähriger Sohn Johannes im AZ-Gespräch sagten. Auf dem Weg nach Neuseeland zog es sie zunächst für zwei Jahre – 2006 bis 2008 – von der deutschen Ostseeküste nach Malta. Dort sollten vor allem die Englisch-Kenntnisse perfektioniert werden, erklärte Johannes. 2008 folgte dann der „Sprung“ auf die südliche Erdhalbkugel. In der Folgezeit lebten die Malchows recht normal – die Kinder Johannes und Johanna besuchten die Schule, Mutter Anett arbeitete als Buchhalterin und Vater Michael als Manager in einem Autogeschäft.

Zum 1. Oktober 2015 folgte ein weiterer rasanter Bruch in der Familien-Biografie. „Wir wollten die Welt sehen, unbekannte Kulturen mit ihren unterschiedlichen Lebensstilen erkunden. Deshalb gaben wir unsere Arbeit auf und verkauften weitgehend unseren Besitz“, so Michael Malchow. Seither ist die Familie reisend in der Welt unterwegs.

Unter anderem tourten die Malchows zu zweit ein halbes Jahr mit dem Fahrrad durch Europa und zu dritt vier Monate durch Südostasien. Letztere Reise führte sie von Vietnam über China nach Nepal. Nach einem kürzeren Aufenthalt in Nepals Hauptstadt Kathmandu fuhren sie gut 200 Kilometer mit dem Bus für zwei Euro pro Person nordwestlich nach Pokhara in die zweitgrößte Stand des Landes, um von hier aus auf dem Annapurna-Weg auf rund 300 Kilometern das Annapurna-Massiv zu umrunden. Über diese Tour, die Schönheit der Landschaft, insbesondere aber über ihre Erlebnisse und die ihnen gegenüber meist freundlichen Menschen berichteten die Malchows in lockerer und gut abgestimmter Dreiteilung. Ihr Vortrag begann zunächst in Nepals Hauptstadt, zeigte das Leben in Kathmandu mit seinen Licht- und Schattenseiten. Die eindrucksvollen Landschaftsfotos zwischen dem über 5400 Meter hohen Pass Thorong La und den diversen Tälern ließen das Live-Gefühl der Rucksack-Touristen nur erahnen. Zu den dazu lebhaft geschilderten Erlebnissen gehörten das Naturschauspiel eines „mörderischen Steinschlags“ in zwei bis drei Kilometer Entfernung ebenso wie die Bauweise der nicht immer zum Überschreiten einladenden Brücken und die Faszination über das Alltagsleben.

Visuelle Reise-Eindrücke von Johannes Malchow finden Interessierte im Internet unter www.mountainhighcollective.com.

Von Frank Schumann

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare