Verbandsgemeinde nicht ausreichend beschildert

Auf dem Drahtesel ins Ungewisse

Der Elberadweg und der Altmarkrundkurs sind für Drahteselfreunde bei Losenrade bestens ausgeschildert. Anderenorts in der Verbandsgemeinde Seehausen ist das nicht der Fall.
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Der Elberadweg und der Altmarkrundkurs sind für Drahteselfreunde bei Losenrade bestens ausgeschildert. Anderenorts in der Verbandsgemeinde Seehausen ist das nicht der Fall.

Seehausen. Über die künftige Bewirtschaft des Grenzturms bei Bömenzien machen sich derzeit Kommunalpolitiker der Verbandsgemeinde Seehausen Gedanken.

Das Relikt aus DDR-Zeiten soll saniert und für Radfahrer und andere Interessenten begehbar und damit touristisch erschlossen werden (die AZ berichtete). Die Finanzierung der Maßnahme soll über Fördergeld und Sponsoren erfolgen.

Doch wer übernimmt danach die Betreibung? Wer zeichnet dafür verantwortlich? Fakt ist, dass die Verbandsgemeinde das nicht dauerhaft stemmen kann. Bernd Prange, Chef des Ausschusses für Wirtschaftsförderung und Tourismus, fühlt sich angesichts des Vorhabens überrumpelt. Seiner Meinung nach gebe es in der Region genügend derartiger Türme, die bestiegen werden können. Doch die einstige Sicherungsanlage hat für seine Ausschuss-Mitstreiter doch so einige Reize. Karsten Hüttenrauch bezeichnet den Turm als den einzigen in der Region und weiß, dass dieser ein „Alleinstellungsmerkmal“ besitze. Der Bömenziener könnte sich die Übernahme der späteren Trägerschaft durch einen noch zu gründenden Dorfverein vorstellen.

Karlheinz Mewes ist für die Sanierung Feuer und Flamme. Es sei eine Sache, die „gegen das Vergessen ist“. „Wer von den jungen Leuten kennt noch die innerdeutsche Grenze mit ihren Sicherungsanlagen?“, fragt der Deutscher, der aber auch die Folgekosten sieht – und zwar nicht unbedingt aus Sicht der Bewirtschaftung. Mewes denkt dabei an akzeptable und ausgebaute Radstrecken und einer entsprechenden Beschilderung, um von A nach B zu finden. Und dabei hapere es noch ganz gewaltig, mein Bernd Prange als passionierter Radler. Brigitte Packebusch, in der Verbandsgemeinde unter anderem für Tourismus verantwortlich, weiß von dem Problem. Doch ohne Zuarbeit der Bürgermeister in den jeweiligen Gemeinden laufe nichts. Es müssen Routenvorschläge gemacht werden, damit sich die Radler von Dorf zu Dorf hangeln können.

Seehausens Verbandsgemeindebürgermeister Robert Reck sieht einen ersten Lösungsansatz darin, dass am Radweg an der Bundesstraße 189, zur Abfahrt nach Seehausen beziehungsweise Richtung Drüsedau und Bretsch, ein Schild aufgestellt werden muss, „damit die Radler in die Dörfer gelenkt werden“.

Von Thomas Westermann

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