Mit „Dipel ES“ gegen Raupenplage

Vor dem Start in die Lüfte informierten sich die Verantwortlichen der Aktion auf dem Pollitzer Sportplatz anhand von Kartenmaterial über das Bekämpfungsgebiet.

Pollitz. Die Raupen des Eichenprozessionsspinners fühlen sich besonders in der Verbandsgemeinde Seehausen wohl. Doch sie sind nicht willkommen und machen vielen Menschen gesundheitlich zu schaffen. Deshalb erfolgt sowohl in der Verbandsgemeinde Seehausen als auch in weiteren Gebieten der Landkreise Stendal und Salzwedel die großflächige Bekämpfung des Schädlings aus der Luft.

Mit im Boot sind dabei die besagten beiden Landkreise, der Landesforstbetrieb, das Betreuungsforstamt „Nordöstliche Altmark“, der Landesbetrieb Bau, die Nordwestliche Forstliche Versuchsanstalt und die Verbandsgemeinde Seehausen, die sich auch an der Finanzierung der kostspieligen Aktion beteiligen. Immerhin werden dafür rund 300 000 Euro ausgegeben.

Gestern begann die Aktion in der Verbandsgemeinde Seehausen vom Sportplatz in Pollitz aus. Ein Unternehmen aus Baden-Württemberg bekam den Zuschlag dafür. Mit etwas Verspätung aufgrund der Wetterlage hob ein Helikopter mit Pilot Aaron Norris ab in die Lüfte, um die Bekämpfung vorzunehmen. Laut Peter Sültmann, amtierender Leiter des Betreuungsforstamtes „Nordöstliche Altmark“, sei das Bekämpfungsgebiet in den vergangenen Jahren stetig angestiegen – und zwar von einst 650 Hektar auf nunmehr über 1000 Hektar. Besonders betroffen vom Raupenbefall seien im Landkreis Stendal die Verbandsgemeinde Seehausen und das Gebiet um Weißewarte und Tangerhütte, berichtete der Fachmann. Zum Einsatz komme das Biozid names „Dipel ES“, das biologisch vollständig abbaubar und für Mensch und Tier ungefährlich sei, so Peter Sültmann. Lediglich den Raupen werde damit der Garaus gemacht. Während die Raupen das Eichenlaub fressen, gelange das Biozid in den Verdauungstrakt und zerstöre diesen.

Heute wird in Pollitz die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinner aus der Luft fortgeführt. Zur Unterstützung der Aktion komme noch ein Bodenfahrzeug hinzu, das unter anderem Bäume in Ortslagen mit „Dipel ES“ besprühe, sagte Horst Sandmann vom Ordnungsamt der Verbandsgemeinde Seehausen. Am morgigen Sonnabend soll dann die Bekämpfung aus der Luft und zu Lande, die dem Schutz von Mensch und Baumbestand diene, für dieses Jahr abgeschlossen sein.

Von Thomas Westermann

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