Verbandsgemeinderat legt Unterschriftenlisten aus

Aufruf zu Mäßigung

Die Unterschriftenlisten sollen in Kürze ausgelegt werden, damit Bürger unterschrieben können
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Aland-Bürgermeister Hans Hildebrandt (sitzend), war einer der Ersten, der den Aufruf unterschrieben hat. Die Listen werden in Kürze ausgelegt.
  • Tobias Henke
    VonTobias Henke
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Für „mindestens zwei Wochen“, wird in Kürze in der gesamten Verbandsgemeinde Seehausenein Schriftstück samt Unterschriftenliste ausgelegt, in dem die Gewalteskalation am Bahnhof in Seehausen verurteilt und das sofortige Ende der Besetzung des Waldstückes bei Losse gefordert wird.

Zu einem Pressetermin, der gestern im Versammlungsraum der Feuerwehr stattfand, hatte Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth (FW) alle Mitglieder des Verbandsgemeinderates sowie die sachkundigen Einwohner eingeladen. Um die Motivation für die Unterschriftenliste zu erläutern, fasste der Verwaltungschef die Ereignisse der vergangenen Monate zusammen. Er habe sich zwar bei mehreren Besuchen im Losser Wald „ganz locker“ mit den Besetzern unterhalten, doch schnell festgestellt, dass diese aus seiner Sicht nicht bereit seien, Kompromisse einzugehen. „Ich habe ihnen angeboten, auf einer freien Fläche zu demonstrieren, statt in dem Privatwald, doch das haben sie abgelehnt.“

Mit Unverständnis reagierten Kloth und weitere Anwesende auf Einlassungen von Bernd Kloss (Die Linke) der forderte, man müsste lernen mit Protestformen des zivilen Ungehorsams umzugehen. „Für uns mag das neu sein, aber bundesweit ist das nichts Neues“, so Kloss zur Waldbesetzung.

Sichtlich aufgewühlt zeigte sich Hans Hildebrandt, Bürgermeister der Gemeinde Aland, der den sozialen Frieden gefährdet sieht, da ihm zugetragen worden sei, dass in vielen Familien über die Waldbesetzung gestritten werde. „Wir wollen unseren Altmarkfrieden zurück“.

Kloth möchte den Bürgern mit der Unterschrift die Chance geben sich zu positionieren: „Wir fordern die Rückkehr zum normalen Meinungsaustausch, ohne dem jeweils Andersdenkenden seine Meinung aufzuzwingen oder ihn gar anzugreifen. Ideologische Auseinadersetzungen auf dem Rücken unserer Region lehnen wir kategorisch ab“, lautet der Schluss des Aufrufes.

Mit Blick auf die großen Grünflächen und die Tatsache, dass in der Altmark sehr viel grüner Strom produziert werde, sagte Kloth in Richtung der Proteste am Bahnhof und im Wald: „Die sind hier falsch“. Seiner Meinung nach gibt es in der Bundesrepublik Orte, an denen derartige Proteste berechtigter wären. „Zum Beispiel in großen Städten, in denen alles zubetoniert wird und um jeden einzelnen baum gerungen wird, der gepflanzt wird.“

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