Verdächtige nach Paintball-Angriff verhaftet

Ermittlungen erfolgreich

Der Bahnhof in Seehausen war in der Vergangenheit regelmäßig Treffpunkt für Klimaaktiviste
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Der Seehäuser Bahnhof diente Gegnern des Baus der A 14 schon häufig als Treffpunkt, so wie hier als Startpunkt vor einer Demonstration per Fahrrad für eine andere Klima- und Verkehrspolitiik.
  • Tobias Henke
    VonTobias Henke
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Wie die AZ gestern berichtete, hat die Polizei mehrere Beschuldigte im Alter von 31 bis 34 Jahren festgenommen, die am Seehäuser Bahnhof den Anschlag mit einem Paintballgewehr verübt haben sollen, bei dem zwei Personen verletzt wurden. Weitere Informationen möchte die Polizei noch nicht herausgeben, einer der Zeugen des Anschlags äußert sich gegenüber der AZ positiv über den Ermittlungserfolg der Beamten.

Seehausen – „Aus ermittlungstaktischen Gründen können wir noch keine weiteren Details zu den Festnahmen bekannt geben. Ich bitte hierfür um Verständnis“, sagt Steven Lipinski von der Pressestelle des Polizeireviers Stendal. Dies sei so mit der Staatsanwaltschaft abgestimmt.

Milan Bölke, Mitglied des Bündnisses „Keine A 14“ und regelmäßig am Bahnhof vor Ort, freut sich über den Ermittlungserfolg der Polizei. „Das ist natürlich zu begrüßen und eine gute Sache.“ Laut Bölke war von den Angreifern nur wenig bekannt. „Mehr als in dem Video zu sehen war, wussten wir ja auch nicht“, spielt Bölke auf das nach kurzer Zeit im Internet kursierende Video an, das den Haupttäter mit der Waffe und einer Haube des rechtsextremen Ku-Klux-Klans zeigte. Als Reaktion auf mehrere Angriffe am Seehäuser Bahnhof hatte die Polizei eine Sonderkommission eingerichtet, die nun die Tatverdächtigen festnehmen konnte. Aktivist Bölke sieht den Angriff mit dem Painballgewehr in einem größeren Zusammenhang. „Rechte Gewalttaten gibt es ja in ganz Deutschland immer wieder“. Es reiche daher nicht aus, wenn nur eine strafrechtliche Ermittlung erfolge. „Das geht die gesamte Gesellschaft an. Die Zivilgesellschaft sollte immer wieder deutliche Zeichen gegen rechte Gewalt setzen.“

Neben Angriffen auf den Bahnhof waren auch die Waldbesetzer mehrfach von aggressiven und teilweise auch gewaltbereiten Gegnern der Besetzung aufgesucht worden. Der Bahnhof in Seehausen dient den Klimaschützern regelmäßig als Treffpunkt. Auch am kommenden Sonnabend, 31. Juli, wird zwischen 14 und 17 Uhr eingeladen, um über den Autobahnbau zu sprechen.

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