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Deutsches Know-how für Fernost

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Das Helmholtz-Umweltforschungszentrum in Falkenberg arbeitet gemeinsam mit Chinesen an einem Forschungsprojekt für Peking. Foto: Westermann
Das Helmholtz-Umweltforschungszentrum in Falkenberg arbeitet gemeinsam mit Chinesen an einem Forschungsprojekt für Peking. © Westermann

Falkenberg. Mit der Trinkwasserversorgung der rund 20 Millionen Einwohner zählenden chinesischen Hauptstadt Peking ist es nicht gerade zum Besten bestellt.

Um diesbezüglich Lösungen zu finden, gibt es ein Forschungsvorhaben, an dem das Team des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung in Falkenberg um Prof. Dr. Ralph Meißner, die Universität Rostock und die Gesellschaft für angewandte Landschaftsforschung (GALF) beteiligt sind. Von chinesischer Seite sind Vertreter von verschiedenen Wasserinstitutionen mit im Boot. Die Falkenberger haben schon im Vorfeld für dieses Projekt ihre Lysimeter nach Fernost geschickt.

Das Ziel für die Wissenschaftler besteht in den nächsten Jahren darin, das Miyun-Trinkwasserrreservoir, das Peking mit dem kostbaren Nass beliefert, zu verbessern. Es handelt sich dabei um ein Gebiet von der Größe des Bundeslandes Sachsen. Die Probleme in China sind klar. Der Wasserspiegel in dem Versuchsgebiet fällt jährlich um etwa einen Meter. Zudem sind die Böden überdüngt. Der Lösungsansatz sieht die Datensammlung für die Wasser- und Nährstoffbilanzierung auf der Mesoskala und den Aufbau einer Datengrundlage für die folgenden Arbeitspakete sowie eine Stoffstromanalyse und die Anwendung einer angepassten Bilanzierungsmethode vor.

Ein Abwasserkonzept für den ländlichen Raum wurde bereits erarbeitet. Dabei zeigte sich, dass eine nachhaltige Verbesserung der Belastungssituation nur durch den Einsatz von dezentralen, kleinen und flexiblen Abwasserbehandlungsanlagen möglich ist. Diese Aspekte werden bei der Planung und dem Bau von Pilotanlagen im berücksichtigt. Es ist vorgesehen, die Einzelergebnisse zu integrieren, um daraus ein fundiertes Managementkonzept für das Miyun-Reservoir zu erarbeiten und praxisnah umzusetzen. Diesbezüglich besuchten jüngst sechs Chinesen das Umweltforschungszentrum in Falkenberg.

Von Thomas Westermann

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