Deutscher Gotteshaus verwandelt sich im Sommer zur offenen Bücherkirche

Neue Romane sehr begehrt

Karlheinz Mewes engagiert sich seit vielen Jahren sehr in der christlichen Gemeinde und kümmert sich auch um die offene Bücherkirche. Rund 300 Werke liegen derzeit auf den Bänken aus. Die Palette reicht von Romanen über Sachbücher bis zur Reiseliteratur.

Deutsch. Die altehrwürdige Kirche in Deutsch unterscheidet sich von anderen Gotteshäusern derzeit erheblich. All jene, die den sakralen Bau betreten, treffen auf diverse literarische Erzeugnisse in den Bankreihen. Dicht an dicht liegen dort die Bücher.

Nicht ohne Grund: Die Deutscher Christen sehen ihr Gotteshaus als offene Bücherkirche und werben damit – zumindest in der Zeit der Sommerferien. Dann schließt Karlheinz Mewes oder ein anderes Mitglied des örtlichen Beirates der Kirchengemeinde um 8 Uhr die Tür auf und gegen 19 Uhr wird das hölzerne Tor wieder geschlossen. In der Zwischenzeit können Interessierte in den Büchern aller Genres blättern und sich das eine oder andere Exemplar kostenlos mitnehmen. Alle Bücher sind aus zweiter Hand und von Spendern zur Verfügung gestellt. Riesig ist die Palette. Romane können Leseratten ebenso finden, wie diverse Kinder- und Jugendbücher, geistliche Werke, Sachbücher, Lexika, politische Literatur und Reiseberichte beziehungsweise Bildbände. Die Idee zur Einrichtung einer offenen Bücherkirche hatte Mewes’ Tochter Marita. Seit nunmehr vier Jahren steht im Sommer das Gemäuer für einige Wochen offen. Eingebettet darin sind an vier Wochenenden die „Lese-Zeiten“. Derzeit liegen rund 300 Bücher aus. Weitere circa 1000 Exemplare haben Mewes und Co. noch in der Reserve. Wer Bücher nicht mehr benötigt, kann diese gern in eine Kiste legen, die sich im Gotteshaus befindet. Der Zuspruch an der Literatur habe von Jahr zu Jahr zugenommen, sagt der Deutscher im AZ-Gespräch und ist „erstaunt, was an Büchern reinkommt“. Besonders gefragt seien neu aufgelegte Romane und Perestroika-Literatur. Nicht so gut laufen die Werke von Karl May und Jules Verne.

Karlheinz Mewes bezeichnete übrigens die Deutscher Kirche als „die gute Stube des Dorfes“. Eine Gaststätte und eine Einkaufsmöglichkeit gebe es dort nicht mehr. So sei das Gotteshaus Identifikations- und Kommunikationsort – auch für jene, die nicht dem christlichen Glauben angehören.

Von Thomas Westermann

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