Oberbürgermeisterwahl in Dessau-Roßlau

Altmärker Reck regiert in Anhalt

Dr. Robert Reck steht im Hof des Rathauses von Dessau-Roßlau.
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Dr. Robert Reck im Innenhof des Rathauses. Dort sind die einlaufenden Zahlen präsentiert worden. Kurz nach 19 Uhr stand das vorläufige Ergebnis am 27. Juni fest. Der Altmärker in Anhalt hat allen Grund zum Feiern.
  • Marco Hertzfeld
    VonMarco Hertzfeld
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Dr. Robert Reck, einst Verbandsbürgermeister in Seehausen, erhält das Zepter in Dessau-Roßlau. Der Altmärker hat die Stichwahl um das Amt des Oberbürgermeisters gewonnen. Glückwünsche kamen auch aus der alten Heimat. Am 21. Juli 2021 soll er vereidigt werden.

Dessau-Roßlau / Seehausen – Nach seinem erdrutschartigen Sieg und Weinschorle auf den Erfolg ist Dr. Robert Reck schon wieder früh auf den Beinen gewesen. „Zuerst haben mir enge Freunde und Wegbegleiter gratuliert. Aus der Altmark erreichten mich zahlreiche Glückwünsche. Die Ersten waren meine Eltern und mein Bruder“, berichtet der frisch gewählte Oberbürgermeister von Dessau-Roßlau der AZ vom Sonntagabend. Wahrscheinlich wird der gebürtige Altmärker am 21. Juli im Stadtrat vereidigt, vorausgesetzt, dass es keine Wahleinsprüche gibt. Der genau Amtsantritt steht noch nicht fest, wird aber nicht weit danach sein.

Die Frage nach vergleichbaren Karrieren eines Altmärkers in Anhalt hatte Reck vor einigen Tagen noch offengelassen. Nun antwortet er: „Es gibt einige Altmärker in Dessau-Roßlau. Neulich lernte ich in meiner Funktion als Schöffe am Amtsgericht eine junge Altmärkerin kennen. Sie ist Staatsanwältin.“ Reck selbst ist ebenfalls waschechter Altmärker, in Seehausen und Umgebung leben Verwandte und Freunde. 2015 nach drei von sieben Jahren als Bürgermeister der Verbandsgemeinde war er nach Dessau-Roßlau gewechselt und wurde Beigeordneter für Wirtschaft, Kultur und Sport.

Nun wollte er mehr und bekam mehr. In der Stichwahl ließ er seinen Mitbewerber Eiko Adamek von der CDU deutlich hinter sich. Reck (parteilos, davor einige Zeit SPD), erhielt 14 856 Stimmen (73,87 Prozent), der Konkurrent 5255 Stimmen (26,13 Prozent). Dass nicht einmal jeder dritte Wahlberechtigte (30,27 Prozent) seine Stimme abgab, stimmt Reck nachdenklich. „Die niedrige Wahlbeteiligung ist schade.“ Und auch deshalb: „Ich danke allen, die zur Wahl gegangen sind, und freue mich über das sehr gute Wahlergebnis.“

Trotz all der Termine gestern wollte er die Heimat nicht vergessen. „Ich danke allen Menschen, die mich auf meinem Weg unterstützt haben, unterstützen und begleiten. Ein herzlicher Dank geht auch an meine Familie, Freunde und Wegbegleiter.“ Besonderen Dank für die sehr gute Ausbildung gebühre seinen Lehrern vom Winckelmann-Gymnasium in Seehausen, das es damals noch gab. Apropos Seehausen, Altmark und die Wirkungsstätte. Was bitte schön wissen Menschen in Dessau-Roßlau eigentlich von der Altmark? Reck sieht das entspannt und ist überzeugt: „In Sachsen-Anhalt kennen wir uns. Die Altmark und ihre Städte sind ein Begriff.“

In der ersten Runde am 6. Juni hatten es acht Kandidaten wissen wollen. Reck und Adamek, ein Abteilungsleiter im Städtischen Klinikum, holten die meisten Stimmen, aber keiner der beiden schaffte die 50er-Marke. Reck fuhr etwa 28 Prozent ein, Adamek gut 21 Prozent. Drei Wochen später hatte nun offensichtlich Reck seine Anhänger besser aktivieren können und ausreichend Wähler unterlegener Bewerber sind zu ihm geschwenkt.

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