Im Rahmen eines Renaturierungsprojektes

Urzustand hergestellt: Kälberwerder belebt Auenlandschaft

Der Kälberwerder wurde in einer jahrelangen Arbeit wieder hergestellt
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Im Rahmen eines Renaturierungsprojektes wurde der Kälberwerder wiederhergestellt.
  • Tobias Henke
    VonTobias Henke
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Mit der Wiederherstellung einer zwei Kilometer langen Nebenrinne, dem Kälberwerder und einer Flussinsel hat der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) eines der größten Renaturierungsprojekte im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe erfolgreich abgeschlossen und zu diesem Anlass in die Hohe Garbe geladen. Partner, Fördergeber und zahlreiche Flussakteure würdigten kürzlich das Projekt „Lebendige Auen für die Elbe“ im Rahmen eines abschließenden Spaziergangs.

Wanzer – Mit der Hohen Garbe ist es gelungen, 420 Hektar wertvolle Auenlandschaft wieder mit dem Fluss zu verbinden. Das sind allein zehn Prozent der seit 2009 zurückgewonnenen Auen in Deutschland. „Projekte dieser Größenordnung gibt es immer noch viel zu wenig“, hebt der BUND-Vorsitzende Olaf Bandt hervor.

Aktuell sind laut Angaben des BUND über 90 Prozent der Flüsse und Auen in keinem guten ökologischen Zustand oder nicht ökologisch funktionsfähig. Ursachen sind etwa der Mangel an Strukturvielfalt in den Gewässern sowie die fehlende Vernetzung von Fluss und Aue.„Mit dem Ausbaggern des Nebengerinnes haben wir typische Lebensräume in Flüssen wiederhergestellt, wie es sie an der Elbe zuletzt vor gut 150 Jahren gab“,erläutert Meike Kleinwächter, Leiterin des BUND-Auenzentrums. „Mit ihren unterschiedlichen Strömungen sind solche Rinnen essenziell für viele Fischarten, Libellen und andere Wasserlebewesen und damit auch wesentlich für die Zielerreichung der Wasserrahmenrichtlinie“, so Kleinwächter weiter.

Zur Einweihung der fertiggestellten Nebenrinne setzten die Gäste symbolisch kleine Fische aus Eichenholz aus. Damit ist die große Hoffnung verbunden, dass die „echten“ Fische und andere Tiere bald folgen und die Elbe wieder ein Stück lebendiger wird.

Früher lagen in diesem Abschnitt der Elbe viele kleinere und größere Inseln. So war auch der Kälberwerder bis Mitte des 19. Jahrhunderts noch eine richtige Insel. Durch den Ausbau der Elbe für die Schifffahrt sind alle diese ursprünglichen Inseln verschwunden. Unter dem Motto „Die Elbe ist reif für eine Insel“. Das BUND-Auenzentrum eine fast 2 km lange Nebenrinne an den verlandeten Stellen ausgebaggert. Nun kann die Elbe schon bei niedrigen Wasserständen wieder durch diese Rinne fließen, so wie sie es vor über 150 Jahren getan hat.

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