Minister: 2017 geht Bau zügiger voran

Unternehmer machen Druck wegen A 14: „Dann werden Betriebe abwandern“

Seehausen. Bauminister Thomas Webel hat an einem Treffen der IHK in Seehausen teilgenommen. Der CDU-Mann erinnert daran, dass von Sachsen-Anhalt der Bau der B190 als Zubringer für die A 39 beziehungsweise die kommende A14 als vordringlich angemeldet wurde.

Unternehmer aus der Altmark und der Prignitz trafen sich auf Initiative der IHK mit Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel (CDU).

Das Bundesverkehrsministerium stufte aber diese Trasse als weniger wichtig ein. Damit wäre ein Baustart in die weite Ferne gerückt (2030). Durch Intervention des Landes sei es aber gelungen, dass dieses Projekt einen Stern bekam. Damit ist diese Straße zwischen Seehausen und Salzwedel in eine höhere Kategorie gerückt. „Weiterer Bedarf mit Planungsrecht“ bedeutet das Sternchen. Darin sieht der Minister die große Chance, denn Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) äußerte sich, wenn Baurecht besteht, auch gebaut werden kann.

Die finanzielle Seite sei gesichert. Nun heißt es, für diese Trasse zügig zu planen und möglichst keine Gründe für Rechtsstreitigkeiten zu geben, damit Baurecht besteht, so Webel. Fällt eine andere Baumaßnahme aus oder wird verzögert, dann könnte grünes Licht für die B190 aufleuchten. Unter Beachtung des Konjunktivs wäre das eventuell schon 2021. Die A14 habe nie im neuen Verkehrswegeplan zur Disposition gestanden. Da sich die Grünen im Koalitionsvertrag verpflichteten, nicht mehr dagegen vorzugehen, könnte hier das Baugeschehen im nächsten Abschnitt 1.3 (Colbitz-Lüderitz) ab 2017 zügiger gehen.

Im besten Falle könnte der Autobahnlückenschluss zwischen Magdeburg und Schwerin 2020 befahrbar sein, viele Jahre später als geplant. Mit dem Ausspruch „Aber wir müssen mit den von uns selbst gemachten Gesetzen leben, auch wenn der Gegner mit schweren Geschützen aufwartet und wir nicht mal Schutzwesten haben“, ging Webel auf die Flut von Prozessen ein. Außerhalb von Sachsen-Anhalt sehe das nicht so drastisch aus, und deshalb sei dort der Autobahnbau auch zügiger vorangegangen.

Der Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages hat am letzten Novembertag grünes Licht für den Bundesverkehrswegeplan gegeben. Mit Spannung wurde in der Industrie, dem Handwerk aber auch aus der Bevölkerung der Inhalt dieses wegweisenden Planes erwartet. Zu dieser Thematik hatten die IHK Magdeburg, Geschäftsstelle Salzwedel, der Regionalausschuss Altmark und die Wirtschaftsjunioren Altmark zu einer Veranstaltung nach Seehausen eingeladen. Als Tagungsstätte wurde die DIBUKA mit ihrem großen Raum der Bildungsakademie in der Steinstraße auserwählt.

Der Geschäftsführer der IHK Geschäftsstelle Salzwedel, Andrè Rummel, begrüßte die Teilnehmer der internen Gesprächsrunde aus den genannten Bereichen und Unternehmer sowie Vertreter der IHK aus der Prignitz und Potsdam. Für die inhaltliche Gestaltung des Themas „IHK-Dialog Altmark-Mobilität ist Zukunft“ war für dieses Unternehmertreffen Minister Webel eingeladen worden.

Dieser Gast war letztmalig an gleicher Stelle von Hausherr Hans Joachim Schulz im August 2015 zu einer Podiumsdiskussion zum Thema Bau der A14 begrüßt worden. Bevor der Minister an diesem Tag aber seine Ausführungen zum jetzigen Stand der Planungsarbeiten und zum Inhalt des Verkehrswegeplanes gab, stellte Rummel in zwei Filmen die Aktivitäten der Region zum Ja zur A14 und der „Querspangenvariante“ vor.

In einer Diskussion wurde unter anderem von den Bürgermeistern Nico Schulz, Einheitsgemeinde Osterburg, und Rüdiger Kloth, Verbandsgemeinde Seehausen, angemerkt, dass mit den Betroffenen des A14 Baues viel früher gesprochen werden sollte, damit schon im Vorfeld eine gütliche Klärung möglich ist. „Wenn die Autobahn bis 2025 nicht fertig ist, dann werden garantiert Betriebe aus den neuen Gewerbegebieten abwandern, so Unternehmer Detlef Benecke aus Wittenberge, der auch Gründungsmitglied der „Wirtschaftsinitiative Westprignitz“ ist. Vom Vizepräsidenten der IHK Magdeburg, Adolf Fehse, wurde dem Minister seitens der Zuhörerschaft mit auf den Weg gegeben, dass er sich vehement mit seiner Regierung für die erörterten Projekte einsetzen möge.

Von Walter Schaffer

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