Von vielen als Müllkippe missbraucht

Container der DRK-Kleiderkammer Seehausen wurden abgebaut

Erika Cornehl, Ines Schatz-Voigt und Einrichtungsleiterin Marlies Duffe (v.l.) müssen immer wieder feststellen, dass die Container für die Kleiderkammer als Mülleimer benutzt werden.
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Erika Cornehl, Ines Schatz-Voigt und Einrichtungsleiterin Marlies Duffe (v.l.) müssen immer wieder feststellen, dass die Container für die Kleiderkammer als Mülleimer benutzt werden.

Seehausen – DRK-Kleiderkammern versorgen Millionen von Menschen mit gebrauchter aber gut erhaltener Kleidung, Schuhen und vielen weiteren Gütern der materiellen Grundversorgung. Sie helfen Menschen in Notlagen und schwierigen sozialen Situationen.

Diese Hilfe erfolgt schnell und unbürokratisch.

Für einen kleinen Obolus oder eine Spende können die ausgewählten Artikel sofort mitgenommen werden. Auch unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit sollte man die Bedeutung dieser Kleiderkammern betrachten. So gibt es in Seehausen in der Schulstraße solch eine seit vielen Jahren geführte Einrichtung des DRK, die gern auch von Besuchern aus Osterburg, Arendsee, Gartow oder Wittenberge aufgesucht wird. Das Sammelgut stammt aus den 49 aufgestellten Containern, die ihre Standorte zwischen Arneburg und Arendsee haben. Zwischen 128 und 200 Tonnen Sammelgut kamen jährlich zusammen. Das wäre ein Superergebnis, wenn diese Masse nur aus brauchbarer Kleidung, Schuhen und anderen gesuchten Artikeln bestehen würde.

Zu einem Vor-Ort Termin luden Marlies Duffe, Erika Cornehl und Ines Schatz - Voigt in die Kleiderkammer ein, um auch auf optischer Weise über ihre Sorgen mit dem Sammelgut zu berichten. Tags zuvor wurden bei einer Tour die Container in einigen Orten geleert und zur Kleiderkammer nach Seehausen zum Sortieren gebracht. Was sich dabei hier ihren Augen, Nasen und Tastorganen bot, ist schwer zu beschreiben. Sehr viele „Spender“ scheinen nicht lesen zu können und verwechseln diese DRK Container mit Müllcontainern. Denn wie ist es sonst zu erklären, dass bei diesen Sortierungen gebrauchte Windeln, Katzenstreu, auseinandergenommene Möbelstücke, Draht oder Milchreste gefunden wurden.

Als Krönung, man mag es kaum glauben, zogen die Frauen aus einer stinkenden Pferdedecke eine Nachgeburt. Wie viel kriminelle Energie haben diese Menschen, um den Inhalt eines ganzen Containers durch solches unüberlegte Handeln zu vernichten? Als Konsequenz daraus wurden in Schwerpunktorten wie Wahrenberg und Wendemark die Sammelcontainer entfernt. In dieser Woche werden in weiteren Orten diese Sanktionen erfolgen.

Diese Maßnahmen sind mit dem Kreisverband östliche Altmark des DRK abgesprochen und wurden für gut befunden. Sollte sich das Sammelverhalten nicht drastisch ändern, so kann es passieren, dass sämtliche Container entfernt werden und nur noch in der Kleiderkammer in Seehausen die zu spendenden Sachen abgegeben werden können. VON WALTER SCHAFFER

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