Bernd Kloss unterstützt Vorstoß der Linken im Bundestag

„Cannabis-Konsum entkriminalisieren“

Seehausen/Wanzer. Die Linke will ein Ende des Cannabis-Verbots in Deutschland durch eine Initiative im Bundestag über Fraktionsgrenzen hinweg erreichen. In Kanada ist die Legalisierung von Cannabis ab Sommer dieses Jahres vorgesehen.

Ein Befürworter der Cannabis-Linkenpolitik im Bundestag ist Wanzeraner Bernd Kloss, der für die Linke im Verbandsgemeinderat Seehausen arbeitet und der führende Kopf des Gesprächskreises „Seehausen links“ ist. 

Bernd Kloss unterstützt den Vorstoß der Linken im Bundestag zur Aufhebung des Cannabis-Verbots. 

„Unsere Gesellschaft misst seit Jahren mit doppeltem Maß: die legalen ‘Alltagsdrogen’ Alkohol und Nikotin sind vielleicht eher Bestandteil tradierter gesellschaftlicher Umgangsformen, aber keineswegs unproblematisch, unschädlich und ungefährlich, nein, sie kosten jährlich Tausenden Menschen das Leben und führen zu großem Leid. Mit dem Konsum verdient der Staat nicht unerheblich. Die Prohibition von Cannabis ist daher unehrlich und scheinheilig und wie jetzt auch der Bund der Deutschen Kriminalbeamten bestätigt, absolut kontraproduktiv“, sagt Kloss im AZ-Gespräch. 

Der gebürtige Kopenhagener ist für „einen rationalen und humanen Umgang mit dem Thema“. In seinem Fokus stünden die Menschen. Verbote schaffen eine neue Dimension des Leids, weil dann die Dealer ins Spiel kommen, die skrupellos ihre Geschäfte machen und Abhängigkeiten produzieren, meint der einstige Sozialpädagoge, der lange Jahre in Hamburg tätig war. Der Konsum von Cannabis müsse entkriminalisiert werden, es sollten legale Bezugsmöglichkeiten für den Eigenverbrauch geschaffen werden, nur so seien auch Verbraucher- und Jugendschutz, den angeblich doch alle wollen, möglich und effektiv. Menschen sollten bewusst und frei entscheiden können. Und: „Die staatlichen Hilfen zur Suchtprävention sind auszubauen.“

Von Thomas Westermann

Rubriklistenbild: © picture alliance / Daniel Karman

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