„Viele würden gerne klagen“

BUND sammelt Spenden für Klage gegen die Autobahn 14

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Ende Mai informierte der BUND die Bürger ebenfalls in Geestgottberg über Details der Klage (Foto). Nun gab es weitere Informationen.

Geestgottberg – Neben der Verbandsgemeinde und der Hansestadt Seehausen, hat auch der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) Klage gegen den Bau der geplanten Autobahn erhoben. Dem Verband geht es um das Stück zwischen Seehausen und der Elbe.

Damit das Verfahren beginnen kann, ist eine hohe fünfstellige Summe nötig, für die nun Spenden gesammelt werden.

„Für die Klagebegründung fallen neben Anwaltskosten auch die eines Gutachters an“, erläutert Susanne Bohlander, Kreisvorsitzende des BUND Stendal, gegenüber der AZ. Man rechne mit Kosten von rund 40 000 Euro. Diese sollen über Spenden finanziert werden. Zu diesem Zweck fand kürzlich in Geestgottberg eine Versammlung statt, auf der für die Zuwendungen geworben wurde. Auch online soll es in den nächsten Tagen auf der Plattform „betterplace“ einen Aufruf geben. 12 000 Euro sind bislang zusammen gekommen. Bis Ende Juli hat man Zeit, die Summe aufzubringen.

Die Vorsitzende des BUND-Kreisverbandes findet das Klagerecht der Nichtregierungsorganisation auch wegen der Kosten der Klage wichtig. „Ich kenne viele Leute, die selbst gerne klagen würden, aber wenn manche Politiker dies ins Feld führen, dass ja jeder einzelne das Recht hätte, zu klagen, finde ich das zynisch. Das kann niemand alleine bezahlen“.

Gefordert wird beispielsweise eine Änderung der geplanten Dammlage. „Diese ist auf eine Spitzengeschwindigkeit von 250 Stundenkilometern ausgerichtet“, erzählt Bolander. Dies gelte zwar bei jeder in Deutschland gebaute Autobahn, doch halte sie dies für übertrieben. Ein weiterer Grund, warum die Naturschützer den Bau der Autobahn als nicht gerechtfertigt sehen ist, dass zuletzt nach unten korrigierte erwartete Verkehrsaufkommen, das ihrer Auffassung nach nirgendwo in Deutschland den Bau einer Autobahn rechtfertige.

Es wird mit einem jahrelangen Rechtsstreit um den Bau gerechnet.

VON TOBIAS HENKE

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