Bohlander benennt Ziele

BUND-Information zur A14-Planfeststellung – „Mut zur Lücke!“

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Die Informationsveranstaltung war gut besucht. Noch bis Dienstag, 16. April, liegen die Unterlagen im Rathaus aus.

Seehausen – Noch bis Dienstag, 16. April, liegen im Seehäuser Rathaus die Unterlagen zum Planfeststellungsbeschluss (PFB) vom 15. Februar für den Neubau der A14 im Abschnitt 3. 1 und 3. 2a (Anschlussstelle Seehausen bis zur Landesgrenze Sachsen-Anhalt/Brandenburg) aus.

Die Klagefrist gegen diesen Beschluss endet am 15. Mai. Um die Öffentlichkeit auf beide Termine aufmerksam zu machen, hatte die Kreisgruppe Stendal des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) alle Interessierten erst kürzlich ins Seehäuser Hotel Alanda zu einer Informationsveranstaltung eingeladen.

Susanne Bohlander informiert über den ausliegenden A-14 Planfeststellungsbeschluss.

Das Interesse am Thema ist ungebrochen. Die Befürworter warten auf Baubeginn und schnellstmögliche Realisierung. Die Gegner hoffen dagegen weiter auf eine mögliche Verhinderung. So konnte sich Stendals BUND-Kreischefin Susanne Bohlander über einen vollen Versammlungsraum freuen, bei dem die A14-Gegner oder -Skeptiker erkennbar in der Überzahl waren. Zum Hintergrund der Veranstaltung verwies Bohlander auf die Dimension der ausliegenden PFB-Unterlagen – 19 Ordner in zehn Kisten. Selbst für Fachleute eine Herausforderung.

Deshalb präsentierte die BUND-Kreisvorsitzende nach kurzem Rückblick auf die rund zehnjährige Planungshistorie die von unterschiedlichen Beteiligten bislang eingebrachten Einwände und deren (Nicht-) Berücksichtigung durch die dafür zuständige Planungsbehörde. Allerdings machte Bohlander auf Nachfrage deutlich, dass es nach wie vor das Ziel ihres BUND-Kreisverbandes sei, die Planung sowie den A14-Bau zwischen Osterburg und Sachsen-Anhalts Landesgrenze in der Elb-Mitte vor Wittenberge „komplett zu stoppen“ – und dafür „die B189 bedarfsgerecht und für alle Fahrzeuge nutzbar auszubauen“.

Noch deutlicher positionierte sich Norbert Krebber (Grüne), Mitglied des Seehäuser Verbandsgemeinderates. Er forderte für den Abschnitt zwischen Osterburg und Karstädt (Brandenburg) ein Umdenken zur „experimentellen Mutoperation“, wie es sie „außer in Deutschland überall in der Welt beim Straßenbau gebe“ – entsprechend des Verkehrsbedarfes „Mut zur Lücke“, im konkreten Fall zwischen der A14.

In der „Höhle des Löwen“ erklärte sich Dr. Walter Fiedler, für die CDU Mitglieder im Seehäuser Stadtrat, als „bekennender Befürworter“ der A14. Er sprach sich gegen Klagen und für Kompromisse aus, betonte aber auch, dass Einwände der hiesigen Kommunalpolitik beim Bau berücksichtigt werden müssten. Kritisch bewertete Fiedler die geforderte Verkleinerung des bei Vielbaum geplanten Rastplatzes unter dem Aspekt der ohnehin schon schwierigen sozialen Bedingungen für Lkw-Fahrer.

Der BUND-Kreisverband forderte alle Interessierten ausdrücklich dazu auf, die Einwohnerfragestunden der nächsten Rats-Sitzungen zu nutzen, um die A14-Planfeststellung nochmals in die Kommunalpolitik zu bringen und möglicherweise auch die Verwaltungen zur Klage zu bewegen. Termine: Verbandsgemeinderat Seehausen (Dienstag, 16. April, 19 Uhr im Rathaus); Gemeinderat Aland (Mittwoch, 17. April, 19 Uhr im Gemeindehaus Krüden); Stadtrat Seehausen (Donnerstag, 25. April, 19 Uhr im Rathaus).

Allerdings stehe die A14 nur beim Seehäuser Stadtrat auf der Tagesordnung. Dort könnten also Beschlüsse gefasst werden, nur sind laut Geschäftsordnung keine Einwohnerfragen zu diesem Thema zulässig.

Will der Verbandsgemeinderat noch einen Beschluss vor dem Ende der Klagefrist fassen, wäre eine Sondersitzung erforderlich. Planmäßig kommt das Gremium nämlich erst wieder am 18. Juni zusammen.

Zum PFB sind übrigens keine Stellungnahmen mehr möglich. Und eine Klage ist nur zulässig, wenn zuvor schon ein schriftlicher Einwand eingereicht wurde. Der BUND prüfe derzeit laut Bohlander, ob gegen den Planfeststellungsbeschluss 3.1/3.2a Klage eingelegt wird.

VON FRANK SCHUMANN

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