Verbaler Schlagabtausch

Bündnis Verkehrswende Altmark kritisiert Autobahnbauer

Die vorbereitenden Arbeiten zum bau der Autobahn haben bereits begomnnen.
+
Im Abschnitt zwischen Wittenberge und Seehausen laufen bereits vorbereitende Arbeiten, die notwendig sind, die für den Autobahnbau nötig sind. Als Ersatz für den Eingriff in die Natur gibt es Ausgleichsmaßnahmen.
  • Tobias Henke
    VonTobias Henke
    schließen

Das Bündnis Verkehrswende Elbe-Altmark hat in einer Pressemeldung in scharfen Worten die seiner Meinung nach unzureichenden Ausgleichsmaßnahmen kritisiert, die im Zuge des Baus der Autobahn 14 im Abschnitt zwischen Seehausen und Wittenberge erfolgen. Die Reaktion der für den Bau zuständigen Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (DEGES) erfolgte prompt. Das für den Bau von Autobahnen in ganz Deutschland zuständige Unternehmen kritisiert das Bündnis deutlich.

Seehausen  – Das Bündnis Verkehrswende erweckt den Eindruck, dass als naturschutzfachliche Kompensation für Eingriffe im Zuge des A 14-Neubaus zwischen der Anschlussstelle Seehausen-Nord und Wittenberge lediglich 14 Ersatzquartiere für einzelne Tierarten errichtet werden. Dies entbehrt jeglicher Grundlage“, schreibt die DEGES an die AZ. Laut dem Bündnis Verkehrswende Altmark sollen lediglich zehn Nistkästen für Vögel und vier für Fledermäuse errichtet werden, für die Umweltschützer ist dies „eine Posse“. „Teilweise werden durch den Neubau ihre Nist- und Brutgebiete in Anspruch genommen“, schreibt das Bündnis weiter. Insgesamt werde eine Million Quadratmeter an Lebensraum zerstört.

Das Bündnis Verkerhswende Altmark hat gestern mit einer weiteren Pressemeldung auf Aussagen der DEGES reagiert. Man betone, dass sich die veröffentlichte Meldung „allein auf die Suche der DEGES nach 14 Nist- und Quartiermöglichkeiten für Schleiereulen, Hausrotschwänze, Rauchschwalben sowie Fledermäuse im Bauabschnitt Seehausen-Wittenberge bezog“ und nicht auf sämtliche Ausgleichsmaßnahmen, die vorgenommen würden.

Laut DEGES werden im Zuge des Autobahnbaus auf insgesamt 123 Hektar Ausgleichsmaßnahmen vorgenommen. Dazu zählten unter anderem Neupflanzungen von 400 Bäumen, die Entwicklung eines Auwalds im Elbdeichvorland bei Beuster und die Schaffung von neuen Auenlebensräumen und Nistmöglichkeiten für Brutvögel und Fledermäuse.

Weiter teilt die DEGES mit, dass es nicht um eine Fläche von einer Million Quadratmetern, die versiegelt werde, sondern um Versiegelungen von 30,5 Hektar, was 305000 Quadratmetern entspricht sowie „Inanspruchnahmen durch Verkehrsnebenflächen im Umfang von circa 10 Hektar.“ Das Bündnis kritisiert die DEGES weiter, für eine seiner Auffassung nach ungenaue Beschreibung der erfolgten Ausgleichsmaßnahmen. Es gibt über die von der DEGES geplanten oder bereits ausgeführten Ausgleichsmaßnahmen derzeit keine detaillierten Listungen, sondern nur beispielhafte oder ungefähre Angaben. „Kartografische und zeitlich Angaben, wo sich diese Flächen genau befinden, welche Maßnahmen dort jeweils umgesetzt werden sollen und wann die Umsetzung genau stattfindet, können bisher leider nicht in ausreichendem Umfang nachvollzogen werden“, bemängelt das Bündnis die bisherigen Angaben hierzu.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare