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Neue Flügel für die Bockwindmühle

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Von: Thomas Westermann

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Bockwindmühle in Wanzer
Die Bockwindmühle in Wanzer steht derzeit flügellos dar. Zu Pfingsten soll alles wieder dran sein. © Westermann

Wanzer. Die Wanzeraner Bockwindmühle lässt die Flügel hängen – oder besser gesagt, sie sind derzeit nicht mehr dran. Nach etwa 20 Jahren nach dem Wiederaufbau hat der Zahn der Zeit an dem Material genagt und muss gänzlich erneuert werden. Zum Deutschen Mühlentag, der nach der Coronaabstinenz in diesem Jahr am Pfingstmontag, 6. Juni, groß gefeiert werden soll, seien die Flügel wieder vorhanden und das Bauwerk sei voll funktionsfähig, kündigt Jonny Buck, Vorsitzender des in Wanzer ansässigen Windmühlen- und Heimatvereins Garbe, gegenüber der AZ an.

Grund für den schadhaften Zustand sind laut den Fachleuten einer Bismarker Zimmerei, in der die Teile derzeit neu gefertigt werden, Pilzbefall. Zum Einsatz kommt nach wie vor Lärchenholz. Gelitten haben nach zwei Jahrzehnten ebenfalls die Jalousien, die aus Pappelholz waren. Auch die werden jetzt aus Lärchenholz hergestellt. „Es soll beständiger sein“, hat Buck von den Experten erfahren. Die Kosten für die Erneuerungsarbeiten belaufen sich auf rund 25 000 Euro und werden voll und ganz vom Verein übernommen, kündigt der 69-jährige Vorsitzende an. „Die Summe liegt schon schwer im Magen, wir sind aber hinsichtlich der Finanzierung optimistisch.“

Der Windmühlen- und Heimatverein konnte in den vergangenen Jahren Geld auf die hohe Kante legen. So ist er Eigentümer der alten Schule an der Kirche, in der Wohnungen vermietet werden. Beispielsweise haben die Arbeiter für den Deichbau in Wanzer etwa 18 Monate den Wohnraum genutzt, was Geld in die Vereinskasse brachte.

Die Wiederinbetriebnahme des Bauwerks soll am besagten Pfingstmontag ab 11 Uhr feierlich über die Bühne gehen. Ab 13 Uhr spielen dann während des Mühlentages die Löcknitztaler Blasmusikanten. Wie gewohnt ist dann in Wanzer immer umfangreich für Speisen und Getränke gesorgt.

Seit 1611 übrigens ist Wanzer als Mühlenstandort bekannt. Am Platz der heutigen Mühle – auf dem Mühlenberg am Alanddeich – stand bis 1946 die Marten-Mühle, die nach dem letzten Müller benannt war. An diesem historischen Ort hat der im Jahr 2001 gegründete Mühlenverein des kleinen Dorfes mit viel Engagement die heutige Bockwindmühle in den Jahren 2001 bis 2007 wieder errichtet – partiell aus Teilen einer zweiten Mühle, die ursprünglich am anderen Ende des Dorfes, am Ortseingang in Richtung Pollitz, bis in die 1950er-Jahre ihren Dienst versah.

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