Bürgermeister: „Volle Unterstützung“

Bilanz der Seehäuser Feuerwehren: Zwei Tote und mehr als 100 Einsätze

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Verbandsgemeinde-Wehrleiter Michael Märten.

Seehausen – In diesen Tagen neigt sich für die Feuerwehren der Verbandsgemeinde Seehausen laut Michael Märten ein „wiederum ereignisreiches Jahr“ seinem Ende entgegen.

So jedenfalls fasste der Verbandsgemeinde-Wehrleiter Freitagabend die bisherige Statistik beim Jahresabschluss zusammen. Dass sich unter den 101 Einsätzen (Stand Mitte November) nur ein Waldbrand befindet, nannte Märten angesichts des ähnlich trockenen Sommers wie 2018 „doch ein kleines Wunder“.

Knapp die Hälfte der Einsätze (45) fällt in die Kategorie „Hilfeleistungen“. Dazu zählen acht Verkehrsunfälle mit fünf eingeklemmten und sechs verletzten Personen. Zwei getöteten Menschen haben die Feuerwehrleute nicht mehr helfen können – Momente höchster psychischer Belastung. Dass den Kameraden für derartige Situationen zur Verfügung stehende Hilfesystem zum Verarbeiten der Erlebnisse habe sich bewährt, so Märten.

Zehnmal mussten die Wehren zu Flächen- und Ödland-Bränden ausrücken. Kritisch schätzte der Wehrleiter ein, dass „unser Tankeralarm zu Beginn der Waldbrandsaison nicht so richtig funktioniert“ habe. Nach Abstimmung mit der Leitstelle konnten Defizite beseitigt werden.

Weitere Positionen in der Statistik: Acht Gebäude- und 14 „sonstige Brände“ (Kraftfahrzeuge, Strohballen, Müllbehälter) sowie 23 „sonstige Einsätze“ – unter anderem Brandsicherheitswache, Unterstützung des Rettungsdiensts, Absicherung bei Veranstaltungen sowie auch „Tiere in Not“.

Ein weiterer Kritikpunkt der Bilanz galt den „vor einiger Zeit eingeführten Einsatzzetteln“. Lobend nahm Märten hier die Ortsfeuerwehr Beuster aus. Nicht zuletzt zur Auswertung und im Zusammenspiel mit den verschiedenen Führungsebenen sei die korrekte Verwendung der Einsatzzettel ähnlich wichtig wie die kontinuierliche Ausbildung insbesondere von Atemschutzgeräteträgern. Bei beiden Problempunkten forderte er für 2020 Verbesserungen.

Zu Beginn seines Grußworts widmete sich Verbandsgemeinde-Bürgermeister Rüdiger Kloth der aktuell nur „auf den ersten Blick“ positiven Mitgliederentwicklung. So habe sich die Anzahl der aktiven Einsatzkräfte in der jüngeren Vergangenheit zwar von 591 (2016) auf 650 erhöht. Zugleich warf er aber skeptisch die „mit Vorsicht zu genießende Frage“ auf, ob alle Kräfte wirklich immer verfügbar seien. Mitgliedergewinnung habe deshalb einen hohen Stellenwert.

Dies betonte der Bürgermeister ebenso wie der Wehrleiter. Positiv werteten beide den in diesem Jahr erstmals veranstalteten Tag der offenen Tür. Die Einbeziehung von Jugend- und Kinderfeuerwehren ebenso wie Schulklassen und Kindergartengruppen sei ein „großer Erfolg“, der im kommenden Jahr wiederholt werden soll.

Den anwesenden Mitgliedern der Verbandsgemeinde-Wehren versicherte Kloth die ungeteilte Unterstützung aller Mitglieder des Verbandsgemeinderates. Schließlich dankte er allen Aktiven für ihren Einsatz sowie den Familienangehörigen für Verständnis und Unterstützung.

Ein weiterer Dank ging an Polizei, Rettungswesen und Notärzte für das unkomplizierte Zusammenwirken sowie insbesondere an die „rückwärtigen Dienste“.

Der Förderverein der Feuerwehr sichere nicht nur während der Einsätze die Versorgung ab, sondern ermögliche auch die wöchentlichen Aus- und Weiterbildungen.

VON FRANK SCHUMANN

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