Bienen nicht verschont

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Imker Steffen Behrendt rettet seine Bienen vor dem Hochwasser. Dazu hatte er sich kurzerhand ein Floß gebaut. Mit dem Boot wurde die Fracht ans sichere Ufer gezogen.

Seehausen. Das Hochwasser in ganz Deutschland sorgt momentan überall für Gesprächsthemen. Während Rundfunk und Fernsehen meist nur die Stände an Elbe und Saale ansprechen, haben aber auch Anwohner Probleme, wo kleinere Flüsse oder sogar nur Bäche über die Ufer getreten sind. So zum Beispiel am Aland oder am Zehrengraben. Vermutlich wenn Elbe oder Saale sich längst beruhigt haben, müssen die Bewohner im Norden des Landkreises Stendal noch immer mit den Fluten kämpfen. Von Lena Ahrends

Auch der Seehäuser Steffen Behrendt kann ein Lied davon singen. Der Imker aus Seehausen musste seine Bienen vor den Aland-Fluten retten.

„Vor zwei Wochen habe ich diesen einen Stand das letzte Mal besucht“, erklärte Steffen Behrendt. „Da war die Lage noch in Ordnung. Seitdem ist der Fluss um über einen Meter angestiegen.“

Als der Imker zufällig eine Rundfahrt machte, um zu schauen, wie die aktuelle Lage sei, fragte er sich plötzlich: „Wo sind die Bienen?“ Vor ihm ein riesiger See.

„Ich habe mehrere Stände, die anderen liegen weiter höher und waren nicht in Gefahr. Nur der eine, den wir schon vorher zur Sicherheit auf große Bahnschwellen gestellt hatten, musste unbedingt gerettet werden, denn das Bienenhaus stand schon zu zehn Zentimetern unter Wasser“, berichtete er.

Spontan und nur in Aussicht, die Bienen zu retten, baute Steffen Behrendt kurzerhand ein Floß mit einer Leiter und wagte sich auf den Aland. 150 Meter mussten überbrückt werden, damit er die insgesamt 23 Völker sicher ins Trockene bringen konnte.

„Das hat bestimmt noch kein Imker erlebt“, erzählte er lachend und war heilfroh, dass er alles an das sichere Ufer bringen konnte.

Der Stand steht nun, hoch und trocken, drei Kilometer weiter weg, damit weitere Abenteuer möglichst vermieden werden, denn nicht immer gehen diese so gut aus wie bei Steffen Behrendt.

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