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Schäferei Schuster in Beuster in neuen Marketing-Atlas aufgenommen

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Von: Thomas Westermann

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Schäfer Axel Schuster mit Lamm
Axel Schuster mit einem Lamm: Der Beusteraner ist seit Jahrzehnten leidenschaftlicher Schäfer. Allerdings hat er für sein Unternehmen mit circa 1000 Tieren keinen Nachfolger. Die drei Kinder haben kein Interesse daran. © Westermann

Beuster. Schafe und Ziegen prägen das Bild der Kulturlandschaften Sachsen-Anhalts, auch mit der Schäferei Schuster im nördlichen Sachsen-Anhalt. Doch die Zahlen der gehaltenen Tiere sind rückläufig, die Herausforderungen vielfältig. Über die Leistungen einer kleinen Branche mit großem Wert informiert eine neue Broschüre – der „Atlas der Schaf- und Ziegenhalter“ – herausgegeben von der Agrarmarketinggesellschaft.

Vertreter von Institutionen und Verbänden stellten die druckfrischen Exemplare in dieser Woche bei Schusters in Beuster vor. Axel Schuster ist leidenschaftlicher Schäfer, aber die Ausübung des Berufs ist nicht leicht. Angefangen hatte der gelernte Schäfer zu DDR-Zeiten in der LPG. Mit der politischen Wende im Jahr 1990 übernahm er die Schafe von der LPG und machte sich damals als erster Schäfer im Altkreis Osterburg selbstständig. Im ersten Jahr habe er nur Verluste eingefahren. Später errichtete der Altmärker eine Schlachtstätte für die Direktvermarktung. Dabei musste er strenge EU-Richtlinien erfüllen. Um die Vermarktung der Produkte kümmert sich Ehefrau Kerstin, die für den Hofladen und das Hofcafé verantwortlich zeichnet. Die Schäferei ist Aufgabenbereich von Axel Schuster. Insgesamt verfügt der Beusteraner über etwa 1000 Schafe. Derzeit kommen die Lämmer auf die Welt. Einen großen Raum seiner Tätigkeit nimmt die Deichpflege auf 60 Hektar durch die Schafe ein. Und da kommt der sich rasant ausbreitende Wolf ins Spiel. Für die Sicherheit setzt Schuster sieben Herdenschutzhunde ein. Er weiß, dass es regelmäßige Wolfssichtungen im Ort gebe. Und: „Wenn mir die Schafe vom Wolf gerissen würden, könnte ich das nicht ertragen. Ich würde den Beruf dann aufgeben.“ Der Beusteraner, der so langsam auf die 60 Jahre zusteuert, hat für sich und seine Frau keinen Nachfolger. Seine drei Kinder haben kein Interesse daran. „Sie haben mitbekommen, wie sich ihre Eltern 30 Jahre lang abgerackert haben. 365 Tage im Jahr. Mit den Kindern waren wir nie im Urlaub gewesen.“ Und Schuster machen behördliche Auflagen bei der Direktvermarktung zu schaffen. Lediglich sechs Lämmer dürfe er pro Tag schlachten und verarbeiten. Dennoch: Der Hofladen und das dort befindliche Café erfreuen sich bei Altmärkern und Prignitzern großer Beliebtheit. Etwa 50 Prozent aus der hiesigen Region und 50 Prozent aus Wittenberge und Umgebung nutzen das Angebot an der Ostorfer Straße im Seehäuser Ortsteil.

Der Atlas liegt bei Schusters aus. Wenn die Sonne noch höher steht und die Radtouristen auf dem Elberadweg unweit der Schäferei unterwegs sind, dürfte die Broschüre mit Informationen zur Berufsausbildung von Schäfern, Kontakten zu den einzelnen Verbänden und auch Rezepten für die Zubereitung von Lammfleisch und Käse Interessenten finden.

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