Fachteam aus Hamburg untersucht das Becken / Ergebnisse für Juni erwartet / Frühere Seehäuserin für Einsatz gelobt

Betonkerne sollen Waldbad retten helfen

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Katrin Hupfer zeigt einen der Bohrkerne. Sie werden in Hamburg untersucht. 

Seehausen. Als vor 80 Jahren das Seehäuser Waldbad vom Reichsarbeitsdienst (RAD) erbaut wurde, lagen die geplanten Standzeiten für das Betonbecken bei 30 Jahren. Heute rechnet man mit 50 Jahren.

Da diese Zeiten für das Schwimmbad weit überschritten sind, ist es nicht verwunderlich, dass dringend Sanierungsarbeiten erforderlich sind. Um detaillierte Aussagen über den Zustand des Betons und seiner Stahlbewehrung machen zu können, sind Bauwerksuntersuchungen, die viel Geld kosten, unbedingt nötig. Diesbezüglich wandte sich Dr. Walter Fiedler schon im vergangenen Jahr mit einem Beitrag in den Medien an die Öffentlichkeit.

Eine ehemalige Seehäuserin, die ihr Abitur Ende der 1980er-Jahre an der EOS in der Wischestadt ablegte, meldete sich, um zu helfen. Katrin Hupfer, so ihr Name, die heute in Hamburg lebt und arbeitet, betreibt ein Ingenieurbüro für Bauwerksuntersuchungen. Nach persönlicher Absprache mit dem Vereinschef kam es schließlich zu konkreten Terminabsprachen. Nun war es so weit. Zusammen mit dem Messtechniker Andy Grey reisten sie mit dem entsprechenden Equipment im Waldbad an, um die nötigen Untersuchungen zu starten. Um eine labormäßige Untersuchung des Betons durchführen zu können, werden Bohrkerne der Betondecke benötigt.

Mit dem Kernbohrgerät wurden aus der Bodenplatte Proben entnommen.

Nach entsprechender Untersuchung mittels eines Radargerätes kam ein Kernbohrgerät mit einer diamantbestückten Bohrkrone zum Einsatz. 28 Zentimeter lang waren die geförderten Kerne. Gut sichtbar erschienen in ihnen die Moniereisen der Bewehrung, die laut der Fachfrau in einem guten Zustand waren. Genaue Aussagen lassen sich aber erst nach den Laboruntersuchungen, denen sich Druckproben im Kreuzungsbereich der Bewehrungsstähle anschließen, machen.

Im Juni wird laut Aussage des Fachteams mit Ergebnissen zu rechnen sein. Diese bilden dann die Grundlage, auf welche Weise eine Sanierung erfolgreich sein könnte. Der Verein und die Kommune sind der ehemaligen Seehäuserin sehr dankbar, denn die Kosten für diese Untersuchung in Höhe von 7500 Euro werden weder die Vereins- noch die Stadtkasse belasten, denn die Firma von Hupfer sieht die Arbeiten als eine heimatverbundene Spende an. Dr. Fiedler meint, dass diese großzügige Geste ein dickes Lob verdient. hat.

Von Walter Schaffer

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