„Hätten wir nie aufbringen können“

Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners könnte schon Ende April starten

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Die Spinnerplage hat für viel Furore gesorgt in der Verbandsgemeinde Seehausen. 

Seehausen – Wie schlimm der Eichenprozessionsspinner sich in diesem Jahr wieder verbreiten wird, vermag jetzt noch niemand zu sagen. Doch die Verbandsgemeinde Seehausen kann der Zeit gestärkt entgegenblicken.

Rund 150.000 Euro Fördermittel habe die Gemeinde für die Bekämpfung der giftigen Larven aus dem Landesetat erhalten, berichtet Bürgermeister Rüdiger Kloth (CDU) der AZ. „So viel hätten wir nie aufbringen können“, ist der Aulosener froh über die Finanzspritze.

Damit könne die Bekämpfung der Spinner anders angegangen werden. Statt diese wie im letzten Jahr in verpupptem Zustand abzusaugen, soll ein Großteil des Geldes in die Vorbehandlung fließen, welche schon Ende April bis Anfang Mai begonnen werden könne.

Trotzdem sieht Kloth die Nutzung der chemischen Mittel kritisch an. Sein Einwand, dass die zulässigen Biozide zu schwach seien für die effiziente Bekämpfung, stoße auch jetzt noch auf taube Ohren, berichtet der Aulosener. Zudem müsse die Bekämpfung flächendeckend erfolgen, mit Privatpersonen und der Biozid-Nutzung an Landes- und Bundesstraßen abgestimmt werden.

Im letzten Jahr war der Eichenprozessionsspinner in aller Munde und ging vielen Menschen im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut. Bei Kontakt mit der giftigen Raupe, ja selbst aus der Entfernungen können die sogenannten „Brennhaare“ für Juckreiz und Ausschlag sorgen, in schlimmeren Fällen zum Anschwellen der Augenlider und sogar Atemnot führen.

Die Verbandsgemeinde Seehausen war mit der Spinnerplage besonders gestraft. Schlimm genug, dass Kloth (CDU) sich nach dem allergischen Schock der achtjährigen Pauline nicht anders zu helfen wusste, als sich selbst wegen „Körperverletzung im Amt“ anzuzeigen. Inzwischen ist die Selbstanzeige vom Tisch. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nicht gegen den Verbandsgemeindechef.

VON LAURA KÜHN

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