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Angriffe vom Boden und aus der Luft

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Von: Thomas Westermann

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Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners in Losse
Die Eichen am Losser Friedhof sind am Montagvormittag mit dem Biozid behandelt worden. © Westermann

Seehausen. Die Bekämpfung der Raupen des Eichenprozessionsspinners, kurz EPS genannt, in der Verbandsgemeinde Seehausen geht in eine neue Runde. Seit Montag ist ein Unternehmen aus Märkisch-Oderland vom Boden aus damit beschäftigt, den Schädlingen, deren Brennhaare bei Menschen gesundheitliche Schäden hervorrufen können, den Garaus zu machen.

Die Arbeit begann in der Mitgliedsgemeinde Altmärkische Höhe. Mit dabei waren Björn Schünemann, Sachgebietsleiter Ordnungsverwaltung, und der einstige Ordnungsamtsmitarbeiter Horst Sandmann, der aufgrund seiner Erfahrungen aus dem Ruhestand aktiviert worden war. Eingesetzt wird „Foray Es“. Es handelt sich dabei um ein für den Menschen ungefährliches mikrobiologisches Biozid, das zum Zwecke des Gesundheitsschutzes zur Bekämpfung schädlicher Raupen auf Flächen für die Allgemeinheit, Waldrändern und Alleen eingesetzt werden darf. Der Wirkstoff basiert auf einem Protein, das von einem Bakterium produziert wird. Durch seine selektive Wirkung soll es besonders nützlingsschonend und nicht bienengefährlich sein. Das Wirkstoffprotein wird mit der Nahrung aufgenommen und zerstört selektiv das Verdauungssystem, dadurch sterben die Zielorganismen ab.

Etwa 2300 Einzelbäume werden in der Verbandsgemeinde besprüht, die sich auf Flächen der Kommune befinden. Das Angebot der Bekämpfung nutzen auch Privatpersonen. Um die Eichen im Wald kümmert sich das Landeszentrum Wald und um die an Kreis- und Landesstraßen der jeweilige Baulastträger. Voraussichtlich am Donnerstag oder Freitag sollen die Raupen mittels eines Helikopters vom Pollitzer Sportplatz aus der Luft angegriffen werden – vorausgesetzt, die Witterung spielt mit. „Kein Mensch weiß, wie das Wetter wird“, sagt Schünemann im AZ-Gespräch. Um höchst wirksame Ergebnisse zu erzielen, dürfe es nicht regnen und nicht windig sein. Die Kosten für die Bekämpfung in der Verbandsgemeinde belaufen sich auf etwa 90 000 Euro, inklusive der Fliegerei. 68 Prozent werden gefördert, der Rest stammt aus dem Verbandshaushalt. Seehausens Bürgermeister Rüdiger Kloth (Freie Wähler) ist etwas nachdenklich, weil der Landeshaushalt noch nicht beschlossen ist. „Wenn das Geld für die EPS-Bekämpfung gestrichen wird, müssen wir die Gesamtkosten tragen.“ Doch mittlerweile haben er und Schünemann Signale aus der Landeshauptstadt Magdeburg bekommen, dass das Geld kommen wird. „Es gibt wohl die Förderung“, so der Sachgebietsleiter Ordnungsverwaltung.

Im Vorfeld der Flüge werden laut Informationen des Landkreises Hinweisschilder im Bereich der Behandlungsflächen angebracht und es erfolgen Sperrungen. In der Verbandsgemeinde Seehausen wird am Donnerstag oder Freitag dann kurzzeitig die Kreisstraße 1020 bei Eickerhöfe gesperrt sein.

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