Bauern blasen zum Sturm

Landwirte aus der Verbandsgemeinde Seehausen heute bei Protestaktion

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Bauernproteste vor einiger Zeit in Süddeutschland: Auch heute gibt es eine Aktion, an der sich Landwirte rund um Seehausen beteiligen.

Seehausen – Den Landwirten reicht es. Die Bewegung „Land schafft Verbindung – wir rufen zu Tisch“ organisiert am heutigen Dienstag Kundgebungen – mit dabei dann auch Bauern aus der Verbandsgemeinde Seehausen.

Eigentlich wollte Manuela Dehr auch an der Kundgebung in Magdeburg teilnehmen, muss aber aus privaten Gründen darauf verzichten. Die junge Frau betreibt gemeinsam mit ihrem Mann Patrick ein Agrarservice-Unternehmen an der Hohen Geest im Seehäuser Ortsteil Geestgottberg.

Bundesweit organisieren sich die Landwirte, weil sie von der derzeitigen Umwelt- und Landwirtschaftspolitik die Wirtschaftskraft und den sozialen Frieden im ländlichen Raum in Deutschland gefährdet sehen. Innerhalb weniger Tage nach Gründung haben sich schon mehr als 10.000 Menschen in der Gruppe „Land schafft Verbindung“ zusammengefunden. Heute ist eine Zentralveranstaltung auf dem Münsterplatz in Bonn geplant. Aber auch in anderen Orten Deutschlands werden sich Bauern mit ihren Traktoren auf den Weg in die großen Städte aufmachen. So werden Landwirte aus der Verbandsgemeinde Seehausen in die sachsen-anhaltinische Landeshauptstadt Magdeburg fahren. Die Anfahrt soll so erfolgen, dass der Domplatz zwischen 11.30 und 12.30 Uhr erreicht wird. Kraftfahrer auf der Bundesstraße 189 müssen mit Verkehrsproblemen rechnen.

Dabei werden verstärkt Traktoren zu sehen sein, die mit Transparenten die Botschaft der Aktion verbreiten. Sicher sind sich auch die Altmärker im Norden: Das Agrarpaket gefährde bäuerliche Familienbetriebe, die unbedingt erhalten bleien sollen. Hinzu komme die Verschärfung der Düngeverordnung, die zur Unterdüngung führe. In den sogenannten roten Gebieten schade das dem Boden und dem Wasser mehr als es nützt. Und die Landwirte sehen sich als Buhmann der Politik. Die permanente, negative Stimmungsmache führe zu Ärger und Frustration im Berufsstand. Diskriminierung, Benachteiligung und Mobbing von Angehörigen sollen angeblich zur Tagesordnung gehören. Das gefährde die Zukunft der Betriebe und des ländlichen Raums.

„Unter solchen gesellschaftlichen Umständen und ständig an den Pranger gestellt zu werden, oft weder fach- noch sachgerecht, verliert der Beruf des Landwirts seine Attraktivität“, so die Organisatoren der heutigen Aktion. Ferner gefährde das Mercosur-Handelsabkommen durch Billigpreise importierter Waren die Versorgung mit qualitativ hochwertigen und geprüften Lebensmitteln aus der Region.

VON THOMAS WESTERMANN

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