Managerin schließt Hoffnung auf Aufzug nicht aus und setzt auf Zuarbeit

Bahnhof bald barrierefrei?

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Die Bahnsteíge in Seehausen sind für behinderte Menschen nicht erreichbar. Ein Aufzug soll her.

Seehausen. Die Hansestadt Seehausen soll barrierefrei werden. Darum kümmert sich eine Arbeitsgruppe. Und der liegt die Barrierefreiheit am Bahnhof, sprich die Installation eines Aufzugs, besonders am Herzen.

In der Vergangenheit kam es diesbezüglich zu einem regen Schriftverkehr und zu Vor-Ort-Gesprächen. Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth (CDU) verfasste Ende März einen Brief an Karin Meyer, Leiterin Bahnhofsmanagement in Magdeburg. Darin machte er darauf aufmerksam, dass die Bahnsteige nur über eine mit 45 Treppenstufen versehenen Unterführung erreichbar seien. Für Eltern mit Kinderwagen oder Menschen mit körperlichen Behinderungen können die Bahnsteige nicht erreicht werden. „Für sie ist die Treppe ein unüberwindbares Hindernis. “ Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels im ländlichen Raum und der in Seehausen vorhandenen Institutionen wie beispielsweise Krankenhaus, Altenpflegeheim und der beabsichtigte Bau einer Heilpädagogischen Einrichtung für behinderte Menschen müsse gewährleistet sein, dass in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen die öffentlichen Verkehrsmittel barrierefrei erreichen können. Kloth bittet um barrierefreien Umbau beziehungsweise um die Neugestaltung des Seehäuser Bahnhofs.

Meyer reagierte prompt, zehn Tage nach Kloths Brief traf die Antwort ein. Der Verweis auf die Entwicklung der Altersstruktur im ländlichen Raum sei vollkommen richtig, aber „leider zeigen uns die Nutzerzahlen am Bahnhof keinen steigenden Reisebedarf“. Als Richtwert für vom Bund förderfähige Aufzugsanlagen gelten 1000 Ein- und Aussteiger pro Tag. In Seehausen zählte die Bahn lediglich etwa über 300 Ein- und Aussteiger täglich. „Um ein entsprechendes Projekt anschieben zu können, fehlt uns die Finanzierungsgrundlage. Ausnahmefinanzierungen sind für besondere Einrichtungen, die eine gewisse Bahnaffinität versprechen, möglich. Der Bau einer Heilpädagogischen Einrichtung für behinderte Menschen in der Nähe der Verkehrsstation kann so ein Auslöser sein“, fügt Meyer hinzu. Hilfreich für eine Antragstellung könnten Werte zur Baufertigstellung, Kapazität der Einrichtung, Prognose für Nutzer der Bahn und erwartete Besucher sein. Die Bahnhofsmanagerin wünscht sich von den Seehäusern Zuarbeit von Zahlen, Daten und Fakten. „Dann haben wir Argumente, um Fördermittel für den Standort Seehausen zu akquirieren.“ Der Nutzen für Reisende mit Behinderungen liege auf der Hand und käme natürlich allen Bewohnern im Einzugsbereich zugute.

Von Thomas Westermann

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