Diskussion über Stellungnahme der Hansestadt Seehausen / Erdkabel-Verlegung gefordert

Ausschuss lehnt Bahnstrom-Freileitung ab

Das Foto zeigte die aktuellen Strom-Freileitungen bei Losenrade mit der 220 kV-Leitung vorn und der 380-kV-Leitung im Hintergrund.
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Das Foto zeigte die aktuellen Strom-Freileitungen bei Losenrade mit der 220 kV-Leitung vorn und der 380-kV-Leitung im Hintergrund.

Seehausen – Bis zum 30. Juni kann die Hansestadt Seehausen im Rahmen einer durch Sachsen-Anhalts Landesverwaltungsamt geführten Anhörung ihre Stellungnahme zum Planfeststellungsverfahren für den „Neubau der 110-kV- Bahnstromleitung BL 347 Insel-Wittenberge“ (Planfeststellungsabschnitt 1: Insel- Mast 200 in Sachsen-Anhalt bis Landesgrenze) abgeben.

Am Montagabend hatte der städtische Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus, Soziales und Kultur zunächst zwar einige Formulierungen des Stellungnahme-Entwurfes geändert, letztlich aber das Vorhaben einstimmig abgelehnt (AZ berichtete). In der Diskussion hatte vor allem Stadträtin Susanne Bohlander (Grüne) eine Vielzahl von Fragen aufgeworfen.

In der vom Ausschuss einstimmig unterstützten Stellungnahme weist die Stadt Seehausen unmissverständlich auf die mögliche Gesundheitsgefährdung hin. Unter anderem heißt es: „Die geplante Freileitung stellt eine zusätzliche Erhöhung des Gefährdungspotenzials durch Häufung von Anlagen, hier drei Stück im Bereich östlich von Seehausen dar. Im Bereich der geplanten 110-kV Leitung befindet sich bereits eine 220 kV und geplant ist, diese durch eine 380-kV-Leitung zu ersetzen mit noch höheren Masten. Ihre geplanten Masten sind zwar niedriger, jedoch die elektrischen und magnetischen Felder sowie die Lärmimmission erhöhen sich doch wesentlich durch die Standortkonzentration.“ Des Weiteren thematisiert das Papier negative Auswirkungen auf Flora und Fauna, kritisiert den „Eingriff in das Landschaftsbild“ sowie wirtschaftliche Folgewirkungen.

Abschließend zeigt die Positionierung „technische Alternativen“ auf, die aus Sicht der Hansestadt bislang „nicht ausreichend“ geprüft worden seien. Daher wird gefordert, „anstatt der Freileitung, Erdkabel zu verlegen. Insbesondere in den Bereichen Seehausen (zwischen den Masten 172-179), Esack (zwischen den Masten 185-188) und Losenrade (zwischen den Masten 195-198).“ Auch sollte die Trasse im Abschnitt der Ortslage Seehausen in östliche Richtung (Schönberg) verschoben werden, „um die entsprechenden Abstände zur dicht angrenzenden Wohnbebauung einzuhalten“. Schließlich wird noch eine gemeinschaftliche Betrachtung beider Projekte (110-kV-Bahnstromleitung und künftige 380-kV-Trasse) gefordert.

Am heutigen Donnerstag, 28. Mai, berät der Haupt- und Finanzausschuss der Hansestadt über den geplanten Neubau einer 110-kV-Bahnstromfreileitung. Die Sitzung im Seehäuser Ratssaal, Große Brüderstraße 1, soll um 19 Uhr beginnen. Geltende Hygiene- und Abstandsregeln werden eingehalten.  fs

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