Schlechter Zustand der Landesstraße 12 bei Bretsch macht Einwohnern und Kraftfahrern zu schaffen

„Auskoffern und Weg machen“

+
Seit vielen Jahren ist die L 12 bei Bretsch in einem schlechten Zustand. „Auskoffern und mit Bitumen den Sommerweg ordentlich machen – mehr erwarten wir gar nicht“, so ein Landwirt. 

Bretsch. Es sind nur drei Kilometer Straße auf der Altmärkischen Höhe. Die Fahrbahn ist aber so schmal, dass zwei Autos kaum aneinander vorbeipassen, ein Stückwerk aus Asphalt und Pflastersteinen.

Tiefe Schlaglöcher reihen sich zudem auf dem Seitenstreifen, dem sogenannten Sommerweg, aneinander. Es handelt sich nicht um einen Feldweg. Es ist die Landesstraße 12 bei Bretsch, eine beliebte Abkürzung zwischen den Bundesstraßen 190 und 189, zwischen Osterburg, Seehausen und Arendsee. „Ich kenne den Weg auch als Kind schon, dass er immer so geblieben ist, auch zu DDR-Zeiten. Also ich sag mal, wenn wir noch einmal einen Film drehen wollen, wie Napoleon von Moskau zurückgereist ist, dann kann man diese Straße nutzen, ohne sie zu verändern. Und: Es würde eine schöne Kulisse dafür sein. “ Bernd Prange, Bürgermeister der Gemeinde Altmärkische Höhe, ist über den Zustand mehr als unzufrieden. Der Kommunalpolitiker ist nicht die einzige Stimme aus der Altmark, die mit dem Zustand nicht mehr leben will.

Jost Richter, Landwirt aus Bretsch, fuhr mit der AZ ein Stück auf der Sorgenpiste. Während des Vor-Ort-Termins rollten gerade die großen Gülleausbringer über die Straße. Richter: „Solche Maschinen fahren hier eigentlich täglich lang. Und mit den großen Maschinen geht das natürlich. Da merkt man das noch nicht einmal so, weil das riesige Bereifungen sind.“ In diesem Moment naht ein Pkw aus Richtung Drüsedau. „Jetzt kommt uns ein Auto entgegen, also man muss schon ziemlich langsam fahren, damit man aneinander vorbeipasst. Beziehungsweise muss der, der einem entgegenkommt, der hier in den Ort rein will, bremsen und anhalten. Durch diese Löcher – da kann man gar nicht mehr durchfahren. Und wenn, dann in Schrittgeschwindigkeit.“ So geht es dem Landwirt täglich. Wenn er aus Bretsch hinaus in Richtung Bundesstraße 189 fährt, rollt sein Pickup auf dem breiten, befestigten Fahrbahnstreifen. Der Gegenverkehr muss aber auf den Sommerweg ausweichen.

Eltern mit ihren Kindern auf dem Weg zur Kita, Landwirte mit Traktoren, Lkw’s auf der Suche nach einer Abkürzung – alle müssen über die L 12. Auch Tonnen an Material für eine nahe Windkraftanlage haben die Piste in der Vergangenheit belastet. Weitere Tonnen an Material werden künftig für den Bau der Autobahn 14 über die Straße transportiert. Das macht dem Landwirt und anderen empörten Anliegern Sorgen.

Seine Kritik und die anderer Bürger des knapp 300-Seelen-Dorfes richtet sich an die Landesstraßenbaubehörde. Dieser ist das Problem bekannt. Die L 12 steht allerdings ganz unten auf der Prioritätenliste. Ein Hoffnungsschimmer bleibt: Die Landesstraßenbaubehörde will sich kurzfristig der Landesstraße annehmen, hoffen Bernd Prange und auch Seehausens Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth auf eine Lösung. Beide hatten sogar einen Brandbrief an die Behörde gerichtet. Eine Lösung sollte mehr bringen, als dass drei- bis viermal im Jahr die Schlaglöcher aufgefüllt werden. „Auskoffern und mit Bitumen den Sommerweg ordentlich machen – mehr erwarten wir gar nicht.“

Von Alexander Klos

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare