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Seehausen: Frisches für den Magen Bedürftiger

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Von: Thomas Westermann

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Mann am Tafelgarten
Hans Hildebrandt an einem Tafelgarten am Ess in Seehausen: Ab Donnerstag wird er wieder die Ausgabestelle beliefern. © Westermann

Seehausen. Das Personal für die Tafelgärten in Seehausen und Krüden wird von Jahr zu Jahr geringer. Immer weniger sogenannte AGH-Maßnahmen werden finanziert. Derzeit arbeiten zwei Kräfte in Krüden und acht in den Tafelgärten am Grashöfer Weg und am Ess in Seehausen.

Projektleiter Hans Hildebrandt sieht bei den schwindenden Genehmigungen die Politik gefordert und ärgert sich insbesondere über Sachsen-Anhalts Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD). Ursprünglich wollte die Landespolitikerin sich vor etwa zwei oder drei Jahren ein Bild von der Situation vor Ort machen, letztlich erschien sie nicht. Auch Hildebrandts Schriftverkehr mit ihrem Büro blieb unbeantwortet. „Ich bin sehr enttäuscht und wünsche mir für die Tafelgärten eine bessere Unterstützung“, sagt der Krüdener im AZ-Gespräch. Zumal die Bedürftigkeit der Menschen angesichts der steigenden Preise in den Supermärkten in diesem Jahr größer werden dürfte, mutmaßt der 75-Jährige.

Ab kommenden Donnerstag, 9. Juni, wird wieder die Ausgabestelle in einer Garage an der Petri-Kirche in Seehausen öffnen, die die Hansestadt kostenfrei zur Verfügung stellt. Hildebrandt wird die erntefrischen Produkte dann wieder allwöchentlich am Donnerstag persönlich anliefern. Der Altmärker vermutet, dass auch ukrainische Flüchtlinge das Angebot nutzen werden. Geöffnet ist dann von 10 bis 12 Uhr. „Es gibt Saisonprodukte wie jetzt beginnend mit Radieschen, Lauchzwiebeln, Rhabarber und Salat. Darüber hinaus besteht weiter die Möglichkeit, kleine Artikel wie Gläser, Tassen und Teller abzugeben, die bei Bedarf mitgenommen werden können“, so Hildebrandt. Zudem macht er darauf aufmerksam, dass sämtliche Produkte kostenlos erhältlich seien. „Wer möchte, kann aber gern eine Spende geben. Die erhält in diesem Jahr die Jugendfeuerwehr in Seehausen. Erfahrungsgemäß kommt in einer Saison 300 bis 400 Euro Spendengeld zusammen.“

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