Georg Hermann Holländer initiiert Unterschriftenaktion für besseren ÖPNV in und um Seehausen

„Auf den Dörfern eingesperrt“

Für einen besseren öffentlichen Nahverkehr in der Verbandsgemeinde Seehausen sammelte der Wischestädter Georg Hermann Holländer rund 400 Unterschriften. Fotos (2): Westermann
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Für einen besseren öffentlichen Nahverkehr in der Verbandsgemeinde Seehausen sammelte der Wischestädter Georg Hermann Holländer rund 400 Unterschriften.
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Seehausen. Mit dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in der Verbandsgemeinde Seehausen ist der Wischestädter Georg Hermann Holländer ganz und gar nicht zufrieden.

Als der promovierte Kunsthistoriker für das Amt des Verbandsgemeindebürgermeisters kandidierte, initiierte er im Winter eine Unterschriftenaktion zu der Thematik. Rund 400 Bürger haben sich in die Listen eingetragen. Die übergab er während der Verbandsgemeinderatssitzung in dieser Woche an den Vorsitzenden Hans Hildebrandt. 

In dem Anschreiben heißt es unter anderem: „Wir fordern die Verbandsgemeinde Seehausen auf, unverzüglich Verhandlungen über eine Mitgliedschaft der Verbandsgemeinde im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) aufzunehmen.“ Es sei klar, dass die Verbandsgemeinde derartige Verhandlungen nicht selbst führen könne. Doch es werde erwartet, dass Rat und Bürgermeister die Interessen der Bürger im Kreistag und beim Landrat nachdrücklich vertreten. Die Neuausschreibung des ÖPNV stehe 2018 an.

Holländer spart nicht mit Kritik. Seit der Wende haben Land und Landkreis für Busse und Bahnen in der Verbandsgemeinde nichts getan. Eine integrierte Verkehrsplanung gebe es nicht. Verglichen mit dem Altmarkkreis Salzwedel könne der Landkreis Stendal nur als rückständig bezeichnet werden. Die Bahnhöfe in Seehausen und Geestgottberg seien verkommen, die Bahnlinie von Geestgottberg über Krüden und Groß Garz Richtung Salzwedel wurde ersatzlos stillgelegt. Der Landesbus 200 von Salzwedel bis Wittenberge gelte als Schienenersatzverkehr, ohne in den Tarif der Deutschen Bahn oder von Stendal- beziehungsweise Prignitz-Bus integriert oder mit dem Fahrplan vernetzt zu sein. Der Fahrplan von Stendal-Bus diene nur dem Schülerverkehr, nicht der Bevölkerung. Alte Menschen, Arbeitslose und Jugendliche, die auf den ÖPNV angewiesen seien, „werden so auf ihren Dörfern eingesperrt“. 

„Liniennetz und Fahrplan sind auf den Zugverkehr und den Fahrplan der Bahn nicht abgestimmt. Pendler aus dem Gebiet der Verbandsgemeinde werden benachteiligt, da sie erst ab Wittenberge Angebote und Tarif des VBB nutzen können. Viele Bürger nutzen die VBB-Tagesangebote ab Wittenberge, würden dies aber auch von entlegenen Gemeinden aus tun, wenn sie es könnten“, so Holländer.

Von Thomas Westermann

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