BUND veröffentlicht mit „Elbe-Vision“ ein Konzept zur touristischen Entwicklung der Region

„Auen trocknen immer weiter aus“

+
Der BUND fordert in seiner „Elbe-Vision“ ein Konzept zur Entwicklung der Region, das „nicht die Wasserstraße für die Schifffahrt als zentralen Wirtschaftsmotor sieht, sondern die ursprüngliche Natur und attraktive Landschaft“.

Seehausen. Die Elbe, die auch durch die Verbandsgemeinde Seehausen fließt, braucht laut Ansicht des BUND mehr Schutz. Dafür macht sich die Organisation mit Projekten und Aktionen stark und meldet sich diesbezüglich zu Wort.

Aus einer Antwort der Landesregierung Sachsen-Anhalt zur Elbe vom 14. September geht hervor, dass das UNESCO-Biosphärenreservat erheblich durch Sohlerosion gefährdet und von Austrocknung bedroht sind. Als Gründe werden unter anderem die Einengung des Flusses und die Unterhaltungsmaßnahmen für die Schifffahrt angegeben. Der BUND fordert, kontraproduktive Baumaßnahmen an der Elbe zu beenden und wirksame Maßnahmen zum Stopp der Sohlerosion zügig zu ergreifen.

„Die Landesregierung hat die Gefahr, die der Flusslandschaft Elbe droht, erkannt und klar benannt. Jetzt müssen Taten folgen. Die weitere Vertiefung der Elbe und die dadurch forcierte Austrocknung der Natur- und Kulturlandschaft müssen gestoppt werden“, fordert Iris Brunar vom Elbeprojekt des BUND. „Vor über acht Jahren wurden zwar das sogenannte Sohlstabilisierungskonzept und das erste Pilotprojekt bei Klöden beschlossen, doch die Umsetzung lässt seither auf sich warten.“ Dabei können diese Maßnahmen aus Sicht des BUND ohnehin nur ein erster Einstieg sein, da das bisherige Konzept lediglich eine Verminderung der Eintiefung vorsieht. „Ohne weitergehende Maßnahmen geht die Erosion der Sohle weiter, halt nur etwas langsamer. Die Auen trocknen immer weiter aus“, so Brunar.

Als Ursache für die schädliche Erosion der Sohle benennt die Landesregierung unter anderem zu nah am Fluss gebaute Deiche, Verengung durch Flussbauwerke wie Buhnen, Deck- und Leitwerke und deren Unterhaltung unter anderem durch wiederholte Steinschüttungen. Zugleich konnte trotz der intensiven Baumaßnahmen an der Elbe laut Landesregierung keine verlässliche Schiffbarkeit hergestellt werden.

Der BUND hat erst kürzlich die „Elbe-Vision“ veröffentlicht, ein Konzept zur Entwicklung der Region, das nicht die Wasserstraße Elbe als zentralen Wirtschaftsmotor sieht, sondern die ursprüngliche Natur und attraktive Landschaft. „An der Elbe müssen sinnvolle Prioritäten gesetzt werden. Es werden immer weniger Güter auf dem Fluss transportiert, trotz jahrelanger Bautätigkeit. Wenn die einzigartige Fluss- und Auenlandschaft der Elbe erhalten werden soll, dann müssen die Ursachen für die Erosion der Sohle beseitigt werden. Die Elbe muss wieder breiter und flacher fließen können, damit gewinnt auch die Region.“ Die Flusslandschaft der Elbe sei die Basis für den Wirtschaftsfaktor Nummer eins, den Elbtourismus. Der BUND habe in seiner „Elbe-Vision“ aufgezeigt, wie dieses Potenzial noch weiter ausgebaut werden könne, sagt Umweltschutzaktivistin Brunar.

Von Thomas Westermann

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare