Akteure kritisieren „Falschinformationen“

Kreativer Anti-Autobahn-Aktionstag bei Wittenberge

Demonstration Klimagerechte Verkehrswende, Elbebrücke B189
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„Klimagerechte Verkehrswende jetzt“ und Ähnliches forderten die Demonstranten auf der Elbbrücke, welche die Altmark mit der Prignitz verbindet. Die Polizei meldete „zeitweise bis zu 200“ Teilnehmer.
  • VonFrank Schumann
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Bei mehr als 50 Aktionen und Veranstaltungen wurde am Wochenende bundesweit für eine Mobilitätswende sowie gegen den Aus- und Neubau von Autobahnen demonstriert. So auch am Samstag auf und unter der Elbbrücke bei Wittenberge (Bundesstraße 189).

Seehausen/Wittenberge - Mehrere Initiativen und Gruppen hatten zur Teilnahme „mit Boot, Fahrrad und zu Fuß“ in Sternfahrt-Form vom altmärkischen Seehausen, niedersächsischen Schnackenburg sowie aus den brandenburgischen Städten Perleberg und Wittenberge aufgerufen, um ab 15 Uhr auf der Elbbrücke bei Musik und Information „Für eine Klimagerechte Verkehrswende!“ Flagge zu zeigen und den Stopp des A14-Baus einzufordern.

Die Botschaft ist klar: A 14 entern. Demonstriert wurde auch unterhalb der Brücke. Die Umweltaktivisten zeigten sich kreativ.

Begleitet von unübersehbarer Polizei-Präsenz (rund 70 Einsatzkräfte) sollte die Anfahrt aus der Altmark um 14 Uhr am Seehäuser Bahnhof starten. Hier gab es allerdings eine Panne in der polizeilichen Kommunikation zwischen Sachsen-Anhalt und Brandenburg. So entschied Veranstaltungsleiter Zoltán Schäfer (Bündnis 90/Die Grünen) nach 30 Minuten vergeblichen Wartens auf das polizeiliche Startsignal, die Veranstaltung offiziell zu beenden und die rund 60 Teilnehmer zur privaten Fahrt gen Elbbrücke aufzufordern. Die Wartezeit nutzten einige Akteure, wie Mario Peine („Keine A14“), um im Gespräch mit Journalisten ihre Ziele und Absichten zu erklären sowie die gegen sie gerichtete einseitige Medien-Berichterstattung der vergangenen Wochen zu beklagen.

Deutliche Kritik zu den vorab erfolgten Informationen zur Brückensperrzeit übte Zoltán Schäfer zur Begrüßung auf der Elbbrücke. Damit sollte in der Bevölkerung Stimmung gegen die Demonstranten gemacht werden, mutmaßte der Cheforganisator. So sei zu keiner Zeit eine achtstündige Sperrung beantragt gewesen.

Eine Tour startete direkt vor dem früheren Bahnhofsgebäude in Seehausen.

Dem Aufruf von Schäfer zur friedlichen Demonstration und Einhaltung aller Auflagen, unter anderem das Tragen von Mund-/Nasenschutz auf dem Brandenburger Brückenabschnitt, folgten die laut Brandenburger Polizei „zeitweise bis zu 200 Teilnehmer“. So konstatierten die für das Nachbar-Bundesland rund 250 im Einsatz gewesenen Polizeibeamten einen „weitgehend friedlichen“ Verlauf.

Probleme habe es an diesem Sonnabend nur zum Abschluss gegeben. So hätten „die Personen auf dem Floß und an den Seilen den Versammlungsort auch nach mehrmaliger Aufforderung nicht verlassen“ wollen. „Sie mussten mithilfe der Wasserschutzpolizei und der Höhenretter (Technische Maßnahmen zur Höhen- und Tiefenrettung) abgeseilt und weggebracht werden.“ Die Folge seien mehrere Platzverweise sowie drei Straf- und mehrere Ordnungswidrigkeiten-Anzeigen gewesen. Gegen 21 Uhr habe die Polizei die B 189 wieder für den Verkehr freigegeben.

Polizeipräsenz auf der Brücke. Die Ordnungsmacht war mit einem größeren Aufgebot vertreten.

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