Granitstelen am Urnengrab tragen Lebensdaten von rund 220 Menschen

Der Anonymität entrissen

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Zwei Stelen aus Granit stehen nun auf dem Friedhof in Seehausen. Sie zeigen mit Hilfe von Messingschildern die Namen der Verstorbenen, die zuvor nirgendwo zu lesen waren.

Seehausen. „Wir lassen die Verstorbenen nicht namenlos“, hatte Holger Eilrich Mitte Juni im Gespräch mit der AZ angekündigt.

Damals gab es an den zwei Feldern der Urnengrabanlage auf dem Friedhof in Seehausen keinerlei Hinweise auf die Namen der Verstorbenen und zu deren Lebensdaten. Es sind zirka 220 Urnen, die bisher in den Gottesacker eingelassen wurden. Die Anonymität derer ist nun aufgehoben.

Zwei Stelen aus Granit, eine zwei, die andere 1,80 Meter hoch und beide 40 mal 40 Zentimeter stark, wurden aufgestellt. In sorgfältiger Arbeit befestigte Friedhofsverwalter Eilrich dann die Namensschilder aus Messing, die eingraviert Vor- und Nachnamen sowie die Geburts- und Sterbedaten zeigen. Eine dritte Stele soll künftig das Ensemble ergänzen, welches aus einem Bett aus Kies hinaus ragt.

Der Erwerb der bearbeiteten Granitblöcke und der Messingschilder war zum damaligen Zeitpunkt jedoch nicht in die finanzielle Kalkulation der Friedhofsverwalter eingeplant gewesen. Aus diesem Grund hatte die Kirchengemeinde zu Spenden aufgerufen, die den Erwerb der Stelen erst möglich machten. Die genaue Summe konnte Eilrich gestern noch nicht beziffern. Er freute sich allerdings über den starken Zuspruch durch die Bürger, die den Ort der Erinnerung besuchen. „Ich habe zu 99 Prozent nur Gutes gehört“, sagte er zufrieden und ergänzte, dass auch viele Seehäuser gespendet hätten, die mit der Urnengrabanlage persönlich nichts zu tun hatten. Wer weiterhin dieses Projekt unterstützen möchte, wende sich an den Stendaler Kirchenkreis unter der Nummer (03931) 21 63 64.

Von Alexander Postolache

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