Angriff aus der Luft

Eichenprozessionsspinner-Bekämpfung mit Helikopter gestartet

Während der Eurocopter betankt wurde, gab es zwischen dem Piloten Andi Kempf und Horst Sandmann sowie Björn Schünemann (r.) vom Ordnungsamt der Verbandsgemeinde Seehausen letzte Absprachen für den Einsatz gegen die Raupenplage.

Pollitz. Im Rahmen des Gesundheitsschutzes wurden die ersten Maßnahmen zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners aus der Luft am letzten Apriltag in der Verbandsgemeinde Seehausen gestartet.

Der Zeitpunkt wurde optimal gewählt, da die Raupen ihre Brennhaare unmittelbar nach der zweiten Häutung im dritten Larvenstadium ausbilden. Dieser Zeitpunkt ist jetzt gekommen.

In altbewährter Weise wurde der Stützpunkt für den Hubschrauber in Pollitz auf dem Sportplatz gewählt. Das Team um den Piloten Andi Kempf und seinen beiden Flughelfern Falko Hess und Sven Pache kennt sich in dem Gebiet der Verbandsgemeinde recht gut aus, denn sie haben mehrfach die vorbeugende Bekämpfung von Pollitz aus vorgenommen. Horst Sandmann, der viele Jahre vor Ort den Einsatz koordinierte, wurde auf Wunsch der Verwaltung gebeten, seine vorruheständischen Aktivitäten für die Zeit des Einsatzes zu unterbrechen, um mit seiner Erfahrung dabei zu sein. Ihm zur Seite standen vom Ordnungsamt der Verbandsgemeinde Björn Schünemann und von der Unteren Forstbehörde Nicole Köhler. Die Untere Naturschutzbehörde war durch Gerd Flechner vertreten.

Während die Ortschaften um Losse, Heiligenfelde, Schönberg, Seehausen, Beuster und Losenrade schon am Mittwochvormittag beflogen wurden, richtete sich der Einsatz am Mittwochnachmittag um das „Ballungsgebiet“ von Pollitz. Der Eichenbestand von rund 70 Hektar wurde mit sieben Starts aus der Luft bedient. Dabei kamen hocheffektive Wachstumsregulatoren namens Dimillin zum Einsatz. Dieses Mittel wird von den Raupen während der normalen Fraßaktivitäten aufgenommen. Die Folge ist eine Hemmung der Chitinsynthese. Dadurch wird die Haut der Larven nicht neu gebildet, was zum Absterben der Eichenprozessionsspinner führt. Das Präparat liegt als Granulat vor und wird vor Ort in einer „Mischmaschine“ mit Wasser aufbereitet.

In den pro Flug versprühten 650 Liter Spritzbrühe befinden sich 650 Gramm aufgelöstes Granulat. Die erforderlichen Wassermengen stellten auch in diesem Jahr die Feuerwehr-Kameradinnen Diana Pusch und Christina Rausch mit dem stellvertretenden Verbandsgemeindewehrleiter Norman Schulze aus einem Flachspiegelbohrbrunnen zur Verfügung. Die noch rund 1600 einzeln stehenden Eichenbäume werden demnächst terrestrisch – von der Erde aus – bekämpft. Horst Sandmann und seine Mitstreiter äußerten sich lobend über die gute Zusammenarbeit zwischen der Verbandsgemeinde Seehausen, der Helikopterfirma und dem Landkreis Stendal.

Von Walter Schaffer

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