Generation 65 Plus wächst weiter / Wohnraumbestand kommt nicht hinterher

Angebot deckt Bedarf nicht

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In der Arendseer Straße 73/74 wird seit etwa vier Monaten kräftig gebaut. Dort entstehen auf je 85 Quadratmetern zwei komplett barrierefreie Wohnungen, die im September übergeben werden. Ein Zukunftsmodell für private Baufirmen.

Seehausen. Wie lebt es sich in der Wischestadt 2025? Fakt ist: Ein jetzt schon dünn besiedeltes Gebiet wird nach Prognosen des Statistischen Landesamtes in Sachsen-Anhalt weiter schrumpfen – um etwa 15 Prozent, von derzeit 5 017 Einwohner auf 4 247.

Und während die Gruppe der unter 20-Jährigen nach wie vor „Landflucht“ begeht, steigt der Anteil der Generation 65 Plus im Vergleich zur gesamten Seehäuser Bevölkerung in knapp zehn Jahren von 23,5 Prozent auf 33,5. Nicht unbedingt ein Horrorszenario, aber Zeit zu handeln – in mehreren Richtungen. Eine davon heißt altersgerechten Wohnraum schaffen.

„Die Nachfrage ist da“, bestätigt Erhard Tietz, Geschäftsführer der Wohnungsgenossenschaft Seehausen, auf Nachfrage der AZ. Im Nachsatz fügt er beschwichtigend hinzu: „Die Nachfrage hält sich in Grenzen.“ Dass diese angesichts der aufgezeigten Entwicklungsperspektiven schon bald ins Gegenteil kippen könnte, scheint auch Tietz bewusst zu sein. Denn auf der Agenda stehe es, die Erdgeschosswohnungen in den derzeitig zu verwaltenden Objekten „altenfreundlich herzurichten“, wie Tietz es nennt. Dies könne allerdings nur nach und nach geschehen, nämlich immer dann, wenn eine Wohnung leer werde.

Von Jana Henning

Mehr dazu am Freitag im E-Paper und in der Printausgabe der AZ.

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