Vermutlich durch Schüsse einer Paintball- oder Softairwaffe

Schüsse am Seehäuser Bahnhof: Unbekannte greifen Autobahngegner mit Waffen an 

Demonstration von Verkehrswende Altmark für mehr Klimaschutz
+
Der Bahnhof wurde kürzlich auch als Startpunkt für eine Fahrraddemo genutzt.
  • Tobias Henke
    VonTobias Henke
    schließen

Vermutlich durch Schüsse einer Paintball- oder Softairwaffe wurden am Freitag auf eine Gruppe von Personen, die sich am Seehäuser Bahnhof aufhielten, geschossen. Seit mehreren Wochen halten sich Gegner der Autobahn mit Erlaubnis des Eigentümers in dem Gebäude auf und laden freitags regelmäßig ein, um sich über alle möglichen Themen rund um die geplante Autobahn 14 auszutauschen.

Wie das Polizeirevier Stendal mitteilt, wird wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung und des Verstoßes gegen das Waffengesetz ermittelt. Zeugen werden gebeten, sich unter der Rufnummer (03931) 682 0 zu melden. Eine auch mithilfe eines Hubschraubers eingeleitete Fahndung nach dem oder den Tätern blieb bislang erfolglos. Durch die Schüsse verletzt wurden ein 12-Jähriger und ein 20-Jähriger.

Bei dem 20-jährigen handelt es sich um einen Politiker der Grünen aus der Altmark, der die Situation in einer Pressemeldung eindringlich schildert: „Ich rede mit Kalli, der links von mir sitzt. Rechts neben mir sitzen auf einer Bank aus Paletten Lissa (18) und Anna (16, Name geändert). Daneben steht der 13-jährige Fin (Name geändert). Das Ganze spielt sich hinter dem Bahnhof Seehausen in der Abendsonne ab. Wir sitzen dort und unterhalten uns. Plötzlich knallt es und die anderen beginnen zu rennen. Schreie ertönen, Schüsse zerschneiden die Luft. Etwas erwischt mich am Ellbogen.“

Des Weiteren nennt der Verfasser mehrere gewalttätige Angriffe, die den Klimaschützern in der Vergangenheit widerfahren seien. „Ein zerstörtes Auto, ein Brandanschlag, eine selbst gebaute Rohrbombe, eine Menge körperlicher Angriffe, zwei Einbrüche mit Verwüstung im Bahnhof, diverse Morddrohungen, Hetzjagden mit Flaschenwürfen, ein Versuch, Menschen aus dem Auto zu zerren, und nun dieses Attentat.“

Es gehe am Bahnhof längst nicht mehr um das Thema Klimaschutz. Der Verfasser wünscht sich, dass sich die Bürgermeister der Region stärker für Dialog aussprechen und die Gewalt stärker als bislang verurteilen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare