Altmärkische Bioprodukte kommen nun frisch auf den Hauptstädter-Tisch

Mit Brechbohnen und Mehl punkten

Mann mit Gemüseglas in der Hand
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Marius Wöllner vom Biohof in Lindenberg bekommt seine Produkte nun auch in Berlin vermarktet.
  • Thomas Westermann
    VonThomas Westermann
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Seehausen. In der Prignitz sind die Produkte mit dem grünen Handschlag-Logo keine Unbekannten mehr. Seit Oktober werden regional und nachhaltig produzierte Lebensmittel der Marke nah&pur verkauft. Aber nicht nur dort. Auch in insgesamt 21 Bio-Supermärkten von Alnatura in Berlin finden sich die Produkte mittlerweile. Mit im Boot sind dabei Unternehmen aus der Altmark.

„Es war sehr leicht, Alnatura von unserem Ansatz zu überzeugen“, sagt Dominik Seele. Der Wittenberger und Gründer der Dachmarke beliefert die Berliner Märkte aktuell mit 28 regionalen Artikeln. Wer also beim nächsten Hauptstadtbesuch durch die Bio-Märkte schlendert, hat gute Chancen, dort auf ein Stück Heimat zu stoßen. Sie liegt gleich im Regal des nächstgelegenen Alnatura-Marktes.

Die handwerklich produzierten Lebensmittel wie Apfelsaft aus Kyritz, Rotkohl aus der Altmark oder Leberwurst aus Bad Wilsnack stammen allesamt aus einem Umkreis von nicht mehr als 100 Kilometern um Wittenberge. Verkauft werden sollen sie in einem 200-Kilometer-Radius um die Elbestadt. „Wir wollen den ländlichen Raum bedienen, aber auch die Großstädte wie Berlin und Hamburg“, umreißt Seele das Regionalkonzept von nah&pur.

Aus einem Lager in der Altmark werden die Erzeugnisse der aktuell sieben teilnehmenden Landwirte, Fischer und Müller nun regelmäßig in die Berliner Märkte gefahren – ein Novum. Apropos Altmark: Zwei der sieben erwähnten altmärkischen Unternehmen haben ihren Sitz in der Verbandsgemeinde Seehausen. Dazu gehört der Biohof von Marius Wöllner im Ortsteil Lindenberg in der Gemeinde Zehrental. Er produziert für die besagten Bioläden Kichererbsen, Altmark-linsen, Braunhirse und Lupinen-Kaffee. Zudem kooperiert der Lindenberger mit dem Chef der Bio-Terrine, Wolfgang Mandelkow, in Bismark. Wöllner ist für ihn ein wichtiger Lieferant, der mehrere der wesentlichen Zutaten wie beispielsweise Brechbohnen, Rote Beete und Rotkohl auf seinem Biohof anbaut und erntet. Mandelkow verarbeitet die Produkte dann. Ebenfalls in der Gemeinde Zehrental, konkret in Groß Garz, konnte Prignitzer Seele einen weiteren Partner gewinnen – Matthias Fuchs. Er schickt aus seiner Mühle unter anderem Roggen-, Weizen- und Dinkelmehl.

Noch beliefert nah&pur nur die Berliner Märkte. Aber auch Hamburg liegt im 200-Kilometer-Radius um Wittenberge. Sollte sich die Einschätzung Seeles als richtig erweisen und die Hauptstädter Gefallen an den hochwertigen Lebensmitteln finden, wird einer Ausweitung der Verkaufsstellen im Hamburger Raum nichts im Wege stehen. Und schließlich ist es für den Wittenberger auch gut vorstellbar, weitere Produzenten und damit ein größeres Sortiment unter der Dachmarke zu vereinen. Die drei erwähnten altmärkischen Unternehmen dürften jedenfalls mit ihren hochwertigen Erzeugnissen von der Zusammenarbeit mit Prignitzer Seele profitieren.

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