200-Jahr-Feier könnte Beusteranern so richtig ins touristische Konzept passen

Alte Schmiede soll glühen: Jubiläum als Gästemagnet

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Detlev Steinke begeistert in der historischen Schmiede auch das eine oder andere junge Talent für das alte Handwerk.

Beuster. „Wir haben dort ein Kulturgut und technisches Denkmal, das es so vollständig und immer noch funktionstüchtig in der Region kein zweites Mal gibt.

“ Was dieser Tage unter dem Namen „Alte Schmiede“ bekannt ist, lässt Metallbauer Detlev Steinkes Herz schon berufsbedingt höherschlagen. Die Werkstätte voll mit einschlägigem Werkzeug ist vor 200 Jahren errichtet worden. Das besondere Jubiläum soll beim Tag des offenen Denkmals im September mit einem Schmiedefest gefeiert werden. „Beuster glüht“ wird das Ganze wahrscheinlich heißen, in Anlehnung an ein alljährliches Fest im thüringischen Gotha. Die Vorbereitungen haben bereits begonnen.

Die Schmiede ist vor mehr als 15 Jahren umfangreich restauriert worden. „Die Außenhülle wurde mit Mitteln der Dorferneuerung und nach den Regeln des Denkmalschutzes umfassend saniert. Im Inneren der Anlage wurde natürlich nichts großartig verändert“, weiß Sabine Hiller, die frühere Bürgermeisterin. Die Alte Schmiede befinde sich mitten im Ort und bilde mindestens eine der Kulissen für Weihnachtsmarkt und andere Veranstaltungen. Der Komplex ist nach der politischen Wende kommunales Eigentum geworden. Handwerksmeister Steinke in Groß Garz hat die Beusteraner Schmiede gepachtet und lässt sich zu bestimmten Anlässen beim Schauschmieden über die Schulter schauen.

„Zusammenhalt und Zusammenarbeit stimmen“, ist Hiller überzeugt. Und so soll auch gemeinsam und im Schulterschluss mit dem Verein „Deichkieker“ für den 10. September, einen Sonntag, ein attraktives Programm auf die Beine gestellt werden. Bundesweit werden Denkmäler geöffnet. Das Motto 2017: „Macht und Pracht“. Irgendwie passe dies auch ganz gut zur Alten Schmiede. Macht und Pracht des alten Handwerks. Hiller, Steinke und Mitstreiter wollen die traditionelle Schmiedekunst hochleben lassen. Die Kinder des letzten privaten Besitzers, Otto Mäusezahl, leben nicht in Beuster und sollen zum Fest eingeladen werden.

„Schmiede, Schäferei, Bäckerei, Deich, Elberadweg, Blaulichtmuseum, Kirche – Beuster hat beachtliches Potenzial und zieht schon jetzt regelmäßig die Gäste an.“ Touristisch lasse sich in der Zukunft vielleicht tatsächlich noch die eine oder andere Schippe drauflegen. Kunstschmied Steinke könnte womöglich noch stärker zum alten Handwerkszeug greifen oder greifen lassen und regelrechte Schmiedeseminare anbieten. Der Metallbauer gegenüber der AZ: „Wir müssen sehen und ein Stück weit abwarten, was machbar ist und was nicht. Der Betrieb in Groß Garz geht natürlich vor.“

Dass Schmieden nicht gleich Schmieden sei, auch das wollen die Organisatoren des Festes vor Augen führen. „Mit einem Messerschmied aus dem Wendland habe ich bereits gesprochen.“ Ein Hufschmied soll ebenfalls sein Können demonstrieren. „Vier bis sechs Bereiche des Schmiedens sollten im September schon zu sehen sein. Wir arbeiten daran.“

Die Geschichte der Beusteraner Schmiede soll weiter festgehalten werden. Einige Seiten seien zum Thema bereits beschrieben worden, weiß Hiller, bis vor gut acht Jahren Bürgermeisterin. Wenn Bürger zusätzlich historische Fotografien und Dokumente zur Verfügung stellen würden, wenn auch nur zum Kopieren, könnten die Aufzeichnungen erweitert werden. Dazu soll es noch extra einen Aufruf geben. Ein weiteres Gespräch aller Beteiligten stehe schon bald an.

Von Marco Hertzfeld

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