Beate Döge löst mit Kurzgeschichte für Enkel auch so manche Sorge der Politik

Alien-Kicker „Adrian“ reist vom Turm aus durch die Zeit

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Der freundliche Alien Adrian trifft Johannes und Richard am Spielfeld. Links ist der sagenumwobene Turm der Wischestadt zu sehen. Angela Lenz hat die fantastische Szene gezeichnet.

Seehausen / Salzwedel. Wer sich schon immer gefragt hat, wozu der mittelalterliche „Fangelturm“ in Seehausen eigentlich gut ist, sollte nun die Ohren spitzen.

Johannes und Richard, zwei ausgebuffte Jungs, wissen es: Von dort aus starten Aliens wie ihr Freund Adrian zu Zeitreisen. 

Salzwedelerin Beate Döge, Mitglied der Schreibgruppe „Federleicht“, hat sich von einem Artikel in der AZ inspirieren lassen und eine im wahrsten Sinne des Wortes fantastische Kurzgeschichte daraus gesponnen. Dass die Politiker nicht so recht wissen, was sie aus dem historischen Bauwerk, das auch noch ausgerechnet direkt am Spielfeld der wischestädtischen Fußballer steht, machen sollen, gefällt den Neunjährigen. Mit einer Aussichtsplattform oben darauf könnte es die Starts und Landungen ihres außerirdischen Kumpels nicht mehr geben. Ganz klar.

Die 73-jährige Döge, Mutter zweier Töchter und Großmutter von vier Enkeln, schreibt für ihr Leben gern. „Manche Senioren lösen Kreuzworträtsel aus der Apothekenzeitung. Das kann ich gar nicht. Ich ermutige alle Omas zum Schreiben. Das freut die eigenen Enkel und man kann es auch machen, wenn man nicht mehr so gut zu Fuß ist. Es lenkt auf alle Fälle von jeder Art Zipperlein ab.“ Das Kinderbuch „Auf der Suche nach dem Baumkuchen“ stammt aus ihrer Feder, außerdem hat sie Geschichten für größere Textsammlungen beigesteuert. Ihre Arbeit zum Fangelturm, Fangeturm oder auch Hungerturm, etwa 500 Jahre alt, Teil der früheren Wehranlagen und mehr als 14 Meter hoch, ist das lesenswerte Ergebnis einer Hausaufgabe. „Nach einem Artikel eine Geschichte schreiben“, für die Altmärkerin eine Premiere.

„Das Geheimnis des Turmes am Fußballplatz“ lüftet sich auf 16 Seiten. Eine kurzweilige Geschichte für Kinder und jene Erwachsene, die Kindergeschichten mögen. Angela Lenz, die in Salzwedel eine Galerie betreibt, hat die Zeichnungen für das Heftchen geliefert. Die Künstlerin führt Alien und Menschenkinder vor dem Turm zusammen und lässt sehenswert Dinosaurier mit der verirrten Zeitkapsel Fußball spielen. Die beiden Frauen hatten bereits für das Buch zusammengearbeitet. Die Geschichte über den Fangelturm können bislang nur wenige Leute lesen. Autorin Döge hat ganze zehn Exemplare drucken lassen, ein Weihnachtsgeschenk für ihre Enkel. Ein Heft hat Dr. Walter Fiedler bekommen. Der Vizebürgermeister war für den Zeitungsartikel befragt worden und schaffte es somit auch ins Heft. Doch wer weiß: Vielleicht findet sich ja jemand, der den Zeilen vom geheimnisvollen Turm in Seehausen mehr Druckerschwärze geben möchte.

Von Marco Hertzfeld

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